Niederlande: Größte Gefahr für den Datenschutz sind die Bürger

Sicherheitsbedachte Politiker, sammelfreudige Internetdienstleister, datenhungrig Unternehmen – nein, die alle sind es NICHT, welche die Privatssphäre in den Niederlanden am meisten gefährden. Das besorgten die Bürger schon ganz allein. So sieht es die Jury der niederländischen Big Brother Awards (niederländisch / englisch), mit denen jährlich so genannte "Datenkraken" ausgezeichnet werden: Unternehmen und Personen, die nicht viel auf Datenschutz geben und sorglos mit den persönlichen Daten ihrer Kunden und Nutzer umgehen.

2007 ging der Preis in der Kategorie "Personen" an "Sie", an alle niederländischen Bürger. Die Begründung der Jury: In einer Umfrage (niederländisch) bekundete fast die Hälfte der Niederländer, für mehr Sicherheit Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit hinzunehmen. Nur knapp 20 Prozent ist ihre Freiheit wichtiger. Damit seien sie selbst für das Verschwinden ihrer Privatssphäre verantwortlich, erklärte die Jury. Die Gewinner in den weiteren Kategorien gibt es auf der Website der Big Brother Awards.

In Deutschland steht die Preisverleihung am 12. Oktober an. Ob auch die Deutschen mit einer Auszeichung rechnen
müssen? Hierzulande hält sich die Stimmung laut einer Emnid-Umfrage in Waage: 48 Prozent würden für mehr Sicherheit Einschränkungen der Freiheitsrechte zustimmen, 47 Prozent lehnen sie ab (Umfrage via SPON).

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