Niederländer schreiben ihren Politikern

Politiker aus der eigenen Gemeinde ganz leicht finden und ihnen per E-Mail Fragen stellen – diesen Service will die Website "Mail de Politiek" (Schreib den Politikern) den niederländischen Bürgern bieten. Der Innenminister der Niederlande, Guusje Ter Horst, hat die Plattform am 23. Mai offiziell in Betrieb genommen.

"Mail de Politiek" funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie das politik-digital.de-Projekt "sie-schreiben-dir.de": Nutzer können ihre Postleitzahl eingeben und so die Politiker finden, die für ihre Stadt, ihre Gemeinde oder ihre Provinz zuständig sind. Zudem können sie ihre Fragen auch an Abgeordnete des Parlaments, der so genannten Zweiten Kammer, richten. Die Themengebiete lassen sich einschränken; so kann man sich zum Beispiel gezielt über die Bereiche Bildung und Kultur oder Sicherheitspolitik informieren. Die Fragen und Antworten werden dann auf der Website veröffentlicht, die Fragen dabei anonymisiert.

Aufgebaut hat die Seite die Stiftung "Het Nieuwe Stemmen" (Das neue Wählen). Stiftungs-Mitglied Arend Zwaneveld stellte das Projekt bereits im August 2007 auf der von politk-digital.de und MySociety.org durchgeführten Konferenz "Berlin in August" vor. Direkte Vorbilder seien die MySociety-Projekte "TheyWorkForYou" und "WriteToThem" gewesen, sagte Zwaneveld im Video-Interview. Auch bei "WriteToThem" können Bürger Politiker über eine Postleitzahleingabe finden und ihnen über die Website E-Mails schreiben. "Wie wollen die britischen Projekte in den Niederlanden implementieren," so Zwaneveld.

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