Netzkunst Teil 4: Spam vs. Spam

Die vierte und letzte Aktion in unserer kleinen Reihe setzt an einer für Nutzer moderner Kommunikations-Technologien sehr empfindlichen Stelle an – unerwünschte Werbemails, im Klartext: Spam. PleaseSpam.us ist ein Web-Projekt, bei dem die beliebtesten unbeliebten E-Mail-Adressen per Abstimmung ermittelt und dann SpamBot-freundlich auf der Projekt-Website platziert werden.

Getreu dem Motto „Feuer mit Feuer bekämpfen“ will PleaseSpam.us auf die Funktionsweise von SpamBots aufmerksam machen. Diese Programme durchsuchen das WWW automatisch nach auf Webseiten veröffentlichten E-Mail-Adressen, an die dann unaufgefordert Werbemails verschickt werden. Darüber hinaus möchte das Projekt kritisch die zunehmende Verbreitung von Social-Bookmark-Plattformen wie digg.com, del.icio.us und mister-wong.de hinterfragen und eine Diskussion über den „Missbrauch von E-Mail als ein Massen-Übertragungs-System“ anstoßen.

Mit einer kurzen Begründung versehen kann jede E-Mail-Adresse vorgeschlagen werden. Alle eingegangenen Vorschläge stehen dann im internen Nutzerbereich der Website zur Abstimmung. Die Adressen mit den meisten Stimmen werden auf der Startseite und somit an für SpamBots exponierter Stelle veröffentlicht. Auf Platz eins steht derzeit im übrigen die E-Mail-Adresse des US-Amerikanischen Präsidenten.

Screenshot pleasespam.us

Die Hürde ist jedoch nicht groß. Um eine Adresse auf die Startseite zu wählen reichen derzeit schon die Stimmen von 18 Mitgliedern aus. Wenn die eigene Adresse fälschlicherweise dort landet, dann besteht die einzige Chance zur Löschung darin, einen Antrag zu stellen, über den dann wiederum die Mitglieder entscheiden müssen.

Abstimmen kann übrigens nur, wer sich mit einer persönlichen E-Mail-Adresse anmeldet.
PleaseSpam.us versichert, dass die bei der Anmeldung eingegebene Adresse geheim bleibt und vor Spam-Bots sicher ist – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, bis man selbst auf der Liste landet.
Bleibt die Frage, ob die Aktion tatsächlich eine Diskussion anstoßen kann oder nur noch mehr Spam erzeugt. Die Bots werden sich auf jeden Fall freuen.

Eine Antwort auf Netzkunst Teil 4: Spam vs. Spam

  1. Gast sagt:

    Bei mir hört bei Spam der Spaß völlig auf – blöde Aktion.

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