Netzkunst Teil 3: Die Ebene über dem WWW

Die dritte in unserer kleinen Reihe vorgestellte Netzkunstaktion ist ShiftSpace – eine Metaebene des World Wide Web. Metaebene bedeutet in diesem Fall eine Erweiterung des Browsers Firefox, durch die Internetnutzer Zugang zu einer Ebene bekommen, die über allen im WWW vorhandenen Websites liegt und auf der angemeldete User jede Website kommentieren können und Notizen oder ganze html-Skripts hinterlassen können.

 

Wie funktioniert ShiftSpace?
Das Projekt basiert auf einer Open Source – also freier – Software und ist eine Erweiterung des Browsers Firefox. Um auf die Metaebene zu gelangen muss sowohl Firefox als auch das Firefox-Add-On „Greasemonkey“ installiert sein und der Internetnutzer muss sich mit einem Spitznamen, einem persönlichen Passwort und einer E-Mail-Adresse registrieren.

Sind diese einfachen Schritte vollzogen, dann kann man sich durch Drücken der Hochstelltaste (Shift) und der Leertaste (Space) die Seiten über jeder Webseite anzeigen lassen – sofern bereits vorhanden – und in die Metaebene des World Wide Web eintauchen.
Gut besetzt ist diese derzeit allerdings noch nicht. Man muss schon suchen, um Webseiten zu finden, die bereits von anderen ShiftSpace-Nutzern bearbeitet oder kommentiert wurden.

Über der Startseite von heise online rät zum Beispiel ein ShiftSpace-Nutzer "Heise lesen!", die Spieler des Online-Games Second Life bekommen den Rat, sich lieber auf ihr erstes Leben zu konzentrieren und über der Google-Startseite findet sich eine Warnung, dass Google die Suchanfragen seiner Nutzer speichert.


Die Idee
In Zeiten von Web 2.0 und Online-Communities zersplittert sich das Netz in viele kleine Teilbereiche. Kommunikation zwischen Internetnutzern findet häufig zentralisiert über Community-Plattformen oder in sich geschlossener Netzwerke statt. Wer angemeldet ist, kann Informationen mit anderen Mitgliedern austauschen, mit ihnen interagieren und selbst Inhalte erstellen. Jeder der nicht angemeldet ist, ist von der Kommunikation ausgeschlossen. Durch MySpace, Facebook, Second Life & Co zersplittert das World Wide Web zunehmend in viele kleine, halb-öffentliche Teilbereiche. An diesem Punkt setzt die Netz-Kunstaktion ShiftSpace an.

Was ist ShiftSpace?
ShiftSpace ist ist als neuer öffentlicher Raum gedacht, als eine Ebene, auf der alle User Kommentare oder Notizen hinterlassen und eigenen Versionen der aufgerufenen Webseiten programmieren können. Sogar eigene Verknüpfungen zu und Netzwerke mit anderen Seiten auf der Metaebene sind möglich. Hierdurch soll der eigentliche Charakter des Internets als offenes und dezentrales Netzwerk wiederbelebt werden.
Die Netzkünstler wollen durch ihr Projekt „die derzeit bestehenden kreativen Möglichkeiten des Webs erweitern“ und allen Nutzern die Möglichkeit geben, bestehende Webseiten in einen neuen Kontext einzuordnen und neu zu interpretieren.

Screenshot ShiftSpace

4 Antworten auf Netzkunst Teil 3: Die Ebene über dem WWW

  1. Sebastian Serafin sagt:

    Das wird doch gleich mal installiert :)

  2. sgievert sagt:

    Und hast Du schon Erfahrungen damit machen können?

  3. Sebastian Serafin sagt:

    Die Nutzerfeedback-Community-Möglichkeiten sind klasse.

  4. sgievert sagt:

    :)

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