Engagement wirkt – Sieben Jahre in Tibet

Die Website braillewithoutborders.org der sehbehinderten Sabriye Tenberken informiert über Ihr Engagement beim Aufbau eines Zentrums für Sehbehinderte.

 

Sabriye Tenberken ist selbst seit dem zweiten Lebensjahr mit eingeschränkten Sehmöglichkeiten konfrontiert, und seit dem 12. Lebensjahr sieht sie nur noch etwas Licht und Schatten. Das hat sie aber nicht davon abgehalten, eigeninitiativ tätig zu werden. Vor sieben Jahren gründete sie zusammen mit ihrem Partner Paul Kronenberg das erste Blindenzentrum Tibets. Die ebenfalls von Tenberken ins Leben gerufene Internetseite
braillewithoutborders.org gibt Auskunft über die Projekte der Dachorganisation, die alle ein Ziel verfolgen: Kinder und Erwachsene auf ihr Leben in der Welt der Sehenden vorzubereiten und in Berufen auszubilden.

Um die tibetische Sprache während des Studiums der Tibetologie besser und schneller kennen zu lernen, übertrug Sabriye Tenberken die Blindenschrift auf die tibetische Sprache. Und war damit erfolgreich. Dieses Schriftkonzept ist inzwischen die offizielle Blindenschrift Tibets.

Alles begann 1996 als Sabriye Tenberken alleine über Peking nach Lhasa in Zentraltibet flog. Dort lernte sie durch ihre Ausflüge Land und Leute näher kennen. Aufgrund ihres Elans konnte sie Mitstreiter für sich und ihren langjährig gehegten Wunsch gewinnen, ein Blindenzentrum für Tibet zu errichten. Nach nur zwei Jahren war es dann soweit: 1998 gründete Sabriye Tenberken mit einigen ehrenamtlichen Helfern das erste Blindenzentrum Tibets – ohne finanzielle Absicherung und staatliche Hilfe. Letztlich ist es dem grenzenlosen Engagement von Sabriye Tenberken und der ausdauernden Arbeit ihrer gemeinnützigen Helfer zu verdanken, dass das Blindenzentrum nun auf der Basis von privat eingeworbenen Spenden finanziert werden kann.

Die besondere Gabe von Sabriye Tenberken andere für ihre Initiative nachhaltig zu begeistern, zeigt sich auch bei der Weiterentwicklung der Internet-Präsenz. Dank eines ehrenamtlichen Helfers aus Kanada, der über einen privaten Kontakt an Sabriye Tenberken vermittelt wurde, konnte die Anfangsseite „blindenzentrum-tibet“ neu gestaltet werden. Heute zeigt sich die Website www.braillewithoutborders.org mit neuem Namen im neuen Look. Sie kann nun in weiteren vier Sprachen gelesen werden, wobei die englischsprachige Version die aktuellsten Informationen liefert.

Ein weiteres Ziel Sabriye Tenberkens ist es, die Website künftig barrierefrei zu gestalten: ein Informatiker aus Australien hat sich zur Mitarbeit bereit erklärt und arbeitet an der Barrierefreiheit – das Icon zum Vergrößern der Schrift funktioniert bereits.

Für ihr Engagement haben Sabriye Tenberken und ihr Partner Paul Kronenberg, die Gründer der Dachorganisation „Braille without Borders“, am 5. Dezember 2005 vom Deutschen Fundraising Verband den mit mit 5.000,– Euro dotierten „Deutschen Fundraising Preis“ erhalten. Anlässlich der Verleihung im Dezember 2005 bedankt sich Sabriye Tenberken, mit den Worten: „Danke für den Blumenstrauß, er riecht bunt.“ In ihrer Rede betont sie, dass Blinde mit ihren Potentialen und Kapazitäten ebenso wertvolle wie gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft sind.

Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg verfügen seit Gründung der Initiative über Kontakte zu allen wichtigen Medien. „Mittlerweile sind wir auch den „Medienrummel“ um uns gewohnt“, sagt Tenberken. Leider muss sie aber feststellen, dass eine starke Medienpräsenz und der hohe Bekanntheitsgrad allein nicht den Spendenerfolg bringt, den sie sich eigentlich erhofft hatte, damit ihre Arbeit und das Projekt abgesichert werden kann. Zwar findet die Initiative große Bewunderung und ideelle Unterstützung in allen gesellschaftlichen Kreisen, jedoch bleiben Spendengelder ein knappes Gut, um das ständig geworben werden muss.

Wen das Projekt interessiert, kann es mit dem Kauf des ersten Buches von Tenberken -„Mein Weg führt nach Tibet“ – unterstützen. Ein Euro für jedes verkaufte Buch kommt direkt der Dachorganisation „Braille without Borders“ zugute.

Dieses Buch ist nicht nur für Tibetreisende interessant, sondern für alle, die sich von der Abenteuerlust und den mutigen Ideen der Autorin anstecken lassen wollen.

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