Internetzensur in Russland

Gegen die russische Internet-Zeitung „Kursiv“ wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Der Vorwurf: Chefredakteur Wladimir Rachmankow soll mit seinem Artikel „Putin als Phallussymbol Russlands“ den Staatschef beleidigt haben. Auch die Website der Internet-Zeitung wurde abgeschaltet. Redaktionsräume und die Privatwohnung des Journalisten wurden bereits durchsucht und Computer und Dokumente beschlagnahmt.

Rachmankow hatte sich in dem Artikel über Putins Rede zur Lage der Nation lustig gemacht. Putin hatte darin die niedrige Kinderzahl zu einem Hauptproblem des Landes erklärt. Eine aktuelle Pressemitteilung des Zoos von Iwanowo über neuen Nachwuchs, kommentierte Rachmankow mit dem Hinweis, dass zumindest die Zootiere sofort auf die Anweisung des Präsidenten reagiert hätten. Für den beschuldigten Chefredakteur eine harmlose Satire. Die Staatsanwaltschaft hat allerdings ein linguistisches Gutachten in Auftrag gegeben, mit dem geklärt werden soll, ob der Tatbestand der Beleidigung erfüllt ist. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft würde sie eigenmächtig handeln. Von seitens des Präsidenten seien keine Beschwerden gekommen.
„Kursiv“ gilt allerdings als oppositionelle Zeitung, nach dem sich zuletzt ihre Berichterstattung deutlich gegen den neuen Gouverneur von Iwanowo, Michail Men gerichtet hat.

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