Politische Farbenlehre

In der Diskussion um mögliche Koalitions-Kombinationen ist das Label „Jamaika“ in aller Munde. Doch vor allem die Assoziationen grüner Spitzenpolitiker zur vermeintlichen Kooperation von schwarz, gelb und grün offenbaren deren eigentliche Präferenz. Denn die Rede von Dread-Locks, Hanfdrogen und Reggae verweist weniger auf die politische Verfasstheit des Inselstaates als auf die Attribute des Rastafarismus, dessen Anhänger nur einen Bruchteil der Bevölkerung ausmachen. Zu diesen Attributen gehört weiterhin die namensgebende Verehrung des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, formerly known as Prinz Ras Tafari, als messianische Figur. Dementsprechend lehnen sich die Farben der afro-zentrischen Rastafari-Bewegung auch an die äthiopische Nationalflagge an: grün-gelb-rot. Haben die Protagonisten der bunt-blockierten Republik also die Worte des Rasta-Propheten Leonard Percival Howell im Sinne, wenn von der Jamaika-Koalition die Rede ist?

„Wer einen Kummer hat, den er jemandem anvertrauen möchte, der kann sich an Ras Tafari wenden. Eure Flagge ist jetzt die Flagge Abessiniens in Grün-Gold-Rot.“

[mehr (farbliche) Verwirrung unter: www.kiffer.net]

Eine Antwort auf Politische Farbenlehre

  1. Jens-Olaf sagt:

    Oh, Mann. Das ist mir zu hoch. Ich habe mir angewöhnt, per e-mail derjenigen Partei hinterherzuschreiben, die ich gewählt habe, um zu sagen, warum ich sie gewählt habe. Sonst kommt das mit dem Wählerwillen durcheinander. Siehe Post von Gerd Gierszweski.

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