Online-Journalistin: Wort “Pharao” bringt 10 Jahre Knast

Die Malediven sind nicht nur ein Urlaubsparadies. Die Online-Newsletter-Betreiberin Fathimath Nisreen wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie in ihrem Newsletter “Sandhaanu” den Regierungschef als “Pharao” bezeichnete und sich für eine Demokratisierung der Gesellschaft einsetzte. Nisreen ist heute 24 Jahre alt. Drei ihrer Kollegen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Inzwischen wurden die Strafen reduziert (Verbannung auf eine Insel für 5 Jahre für Nisreen, 15 Jahre Haft für ihre Kollegen).
“Reporter ohne Grenzen” setzt nun mit einer Kampagne nach: “Die Kehrseite der Paradiese” informiert über die Unterdrückung der Pressefreiheit durch den Staatspräsident der Malediven, Maumoon Abdul Gayoom.
Ich denke: Durch die zunehmende Unterdrückung von Online-Journalisten verliert das Netz seine wissenschaftlich-demokratisierende Unschuld. Aus dem Westen lässt sich das Internet als demokratisierendes Medium leicht feiern. Die dadurch geweckten Hoffnungen können ernste Konsequenzen für Journalisten haben, für die wir Online-Optimisten einen Teil der Verantwortung tragen. Jetzt sollten wir uns für die entstandenen Offline-Konsequenzen einsetzen.

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