Ein neues Gesicht für Berlin-Tempelhof

Ab Oktober 2008 soll der Flugbetrieb in Berlin-Tempelhof eingestellt werden. Was soll danach mit dem Gelände geschehen? Das fragt die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und lässt Bürger in einem Online-Dialog Ideen entwickeln. Heute, am 17. Juli, endet die erste Phase des Projekts, die Sammlung von “Leitideen”. Bis September will die Senatsverwaltung diese Ideen auswerten und in einem dritten Schritt erneut zur Diskussion stellen: In der “Ideenbörse” können die Nutzer ab Herbst 2007 ihre Vorstellungen konkretisieren und die besten Einfälle auswählen. Auf die zehn besten Ideen soll es eine Rückmeldung geben, ob und wie sie umgesetzt werden können, verspricht Ingeborg Junge-Reyer, Senatorin für Stadtentwicklung.

Für die Realisation des Forums ist Zebralog, ein Anbieter für medienübergreifende Dialoge, zuständig. Zusammen mit der Senatsverwaltung entwickelte Zebralog bereits Online-Diskussionen zum Gleisdreieck oder zur Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer.

2 Antworten auf Ein neues Gesicht für Berlin-Tempelhof

  1. Das stimmt: Online-Diskurs und Partizipation funktionieren nur, wenn Sie ernstgemeint sind.
    Ich bin einmal gespannt auf die zweite Runde in Sachen Tempelhof.

  2. Ralf Kühne sagt:

    Von *Diskurs* kann bis jetzt noch keine Rede sein. Bisher konnten nur Hinweise aus der Bevölkerung in einen virtuellen Kasten geworfen werden. Wenn alle Vorschläge vorbehaltlos diskutiert werden sollen, warum dann eine fast dreimonatige Pause zwischendurch? Zum Filtern der Vorschläge? Welchen Wert hat die Diskussion, wenn sich die Senatsbaudirektorin jetzt schon auf eine Bauausstellung festgelegt hat? Warum entscheiden die Bürgerbeteiligten nicht, was die zehn besten Vorschläge sind, sondern die Senatsverwaltung im stillen Kämmerlein?
    Fragen über Fragen und keine Antworten, keine Transparenz.
    Nur eine Erfahrung: als sich bei der letzten (auch virtuellen) Bürgerbeteiligung zum Gleisdreieck eine eindeutige Mehrheit gegen eine geschlossene Sportanlage auf dem Parkgelände aussprach, wurde das Gelände kurzerhand zur “Area 51″ erklärt. Dort entscheiden wieder althergebracht die “Fachleute” der Verwaltung zusammen mit dem Landessportbund in geheimer Runde, nicht einmal die Kommunalpolitiker vor Ort erfahren etwas Konkretes. So schnell sind die BürgerInnen auch wieder außen vor in Berlin, real wie virtuell…

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