Kritik an grüner Schnüffel-Schäuble-Kampagne in der Blogosphäre

Die Schnüffel-Schäuble-Kampagne der Grünen, die derzeit in den Blogs kontrovers diskutiert wird, war der zweite Streich der Berliner Agentur M&C Saatchi. Dies bestätigte ein Sprecher der Werbeagentur, die sich vor kurzem gegen weitere Agenturen bei den Grünen durchsetzte.

In der Blogosphäre regt sich derzeit Unmut, dass man sich eine Exe-Datei herunterladen soll, um ein Zeichen gegen die geplante Online-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung zu setzen. Exe-Programmdateien eignen sich hervorragend, um darin Spionagesoftware wie den vom Innenministerium angedachten Bundestrojaner zu verstecken. Führt man die Grünen-Datei aus, wandert eine naserümpfender Animation von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble über den Bildschirm und der Slogan "Hier wird nicht geschnüffelt" leuchtet auf.

Die Reaktionen aus Blogs reichen von Verweisen auf die Zustimmung der Grünen beim Maßnahmenkatalog von Otto Schily, über "nach dem Bundestrojaner jetzt der Grünentrojaner ;-)" bis hin zu "sehr amüsant".
Kritisiert wird häufig der Download der Exe-Datei. Die gibt es zwar für Mac und PC, lässt aber die Nutzer von offener Open-Source-Software außen vor. Für Open-Source-Aktivisten ist das in etwa so, als zwänge man die Grünenmitglieder zum Kochen mit Walfleisch.
Die Grünen wiederum wollen die Aktion mit der potenziell gefährlichen Exe-Datei ironisch gemeint haben, wie ein Zusatz auf der Schnüffel-Schäuble-Seite zeigt.

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