InfoMonitor Oktober 2010: Proteste gegen Stuttgart 21 an der Spitze der Topthemen

Im Oktober führten die Proteste gegen das Projekt Stuttgart 21 die Liste der Top-Nachrichtenthemen an, wie aus dem InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, hervorgeht. Demnach berichteten "Tagesschau", "heute", "RTL aktuell" und "Sat.1 Nachrichten" zusammen gut zwei Stunden (133 Minuten) über dieses Thema.

An zweiter Stellte folgt die Rettungsaktion für Bergleute in Chile mit 98 Minuten, an dritter Position liegt die Debatte über Integration und Zuwanderung mit 76 Minuten. Weitere Themen unter den Top-10 waren: Proteste gegen Rentenreform in Frankreich, Umweltkatastrophe in Ungarn, Nobelpreise, 20 Jahre Deutsche Einheit, Euro-Stabilitätspakt, Lage in Afghanistan sowie Bombenfund in einem Frachtflugzeug.

Top 10

Untersuchungszeitraum: 1.10.-31.10.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Während in Bezug auf die ersten vier Plätze der Topnachrichten wenig Differenzen zwischen den öffentlich rechtlichen und den privaten Nachrichtensendungen festzustellen waren, zeigten sich im Weiteren erneut typische Unterschiede in der Themengewichtung. Bei "Tagesschau" und "heute" rangierten Themen wie die Nobelpreisvergabe oder die Debatte um den Euro-Stabilitätspakt deutlich höher in der Themenliste, bei "RTL aktuell" und den "Sat.1 Nachrichten" war u.a. der Bombenfund in einem Frachtflugzeug eines der Top-10-Themen.

Die Nachrichtenmagazine "Tagesthemen" und "heute-journal" berichteten umfangreicher über die bevorstehenden Kongresswahlen in den USA und auch deutlich mehr als die Hauptnachrichtensendungen (mit Ausnahme der "Tagesschau") über die Lage in Afghanistan.

SPD mit erheblich geringerer Präsenz im Oktober

Die Statistik der Politikerauftritte in den Fernsehnachrichten weist im Oktober gegenüber dem Vormonat keine dramatischen Veränderungen auf mit Ausnahme der SPD, die mit insgesamt 150 Auftritten weniger als die Hälfte der Auftritte erzielte als im September. Mit weitem Abstand führt die CDU die Liste an (639 Auftritte), gefolgt von CSU (173), FDP (154), SPD, Grünen (116) und Linken (24).

 

Parteienpräsenz

Untersuchungszeitraum: 1.10.-31.10.2010
Insgesamt 1265 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

In der Liste der 20 am häufigsten in den Fernsehnachrichten präsenten Politiker tauchen an vorderen Positionen u.a. Heiner Geißler (Vermittler im Streit um Stuttgart 21) und Horst Seehofer (Ministerpräsident Bayern) auf. Angeführt wird die Liste wie seit Monaten von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Politiker

Untersuchungszeitraum: 1.10.-31.10.2010
Insgesamt 1265 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Wenige Veränderungen in der Themenstruktur

In der Themenstruktur hat es kaum Veränderungen gegenüber dem Vormonat gegeben. ARD und ZDF weisen weiterhin vor allem deutlich höhere Politikanteile auf als die privaten Nachrichtensendungen. So betrug der Anteil an Politikthemen bei der "Tagesschau" im Oktober 54 Prozent (entspricht 8 Minuten pro Ausgabe), bei "heute" 43 Prozent (8 Minuten),  "RTL aktuell" 23 Prozent (5 Minuten), den "Sat.1 Nachrichten" 36 Prozent (5 Minuten), bei den Tagesthemen 46 Prozent (12 Minuten) sowie beim "heute-journal" 51 Prozent (13 Minuten).

Prozent

Untersuchungszeitraum: 1.10.-31.10.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell;
Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

Prozent

Untersuchungszeitraum: 1.10.-31.10.2010
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln.
Grafik: politik-digital.de

 


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