InfoMonitor Februar 2009: Opel-Krise war Topthema

Die Krise bei der Adam Opel GmbH und ihrer Muttergesellschaft General Motors (GM) war das Topthema der Fernsehnachrichten im Februar, wie der InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, ermittelt hat. Die vier Hauptnachrichten von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 berichteten zusammen 84 Minuten über dieses Thema.

Unter den Top-10-Themen platzierten sich noch vier weitere, die mit Aspekten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenhängen: die Bankenkrise in Deutschland (u.a. mit der Diskussion über eine Verstaatlichung der Hypo Real Estate) mit 64 Minuten, das Konjunkturpaket II der Bundesregierung mit 63 Minuten, die Folgen der Wirtschaftskrise (u.a. Insolvenzen) mit 32 Minuten sowie das Konjunkturpaket in den USA mit 31 Minuten. Insgesamt betrug der Umfang der mit der Wirtschaftskrise zusammenhängenden Themen unter den Top-10 damit über 4,5 Stunden (274 Minuten).

Außerdem in den Topthemen vertreten waren: die Affäre um den Holocaust-Leugner Williamson, der Wechsel in der Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums, Buschbrände in Australien, die Lage in Afghanistan und die Daten-Affäre bei der Deutschen Bahn.

Untersuchungszeitraum: 1.2.-28.2.2009
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten.
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de

Typische Unterschiede in der Gewichtung einzelner Themen durch die Nachrichtensendungen zeigen sich unter anderem beim Thema Afghanistan, das in der „Tagesschau“ und in „heute“ Platz 5 bzw. 7 einnahm, bei RTL und Sat.1 jedoch kein Top-10-Thema war. Umgekehrt erreichten die Buschbrände in Australien bei „RTL aktuell“ Rang 3 und bei den „Sat.1 Nachrichten“ sogar Rang 2, bei ARD und ZDF dagegen keine Platzierung unter den ersten Zehn.

Die Nachrichtenmagazine „Tagesthemen“ und „heute-journal“ berichteten über alle Topthemen aus dem Wirtschaftsbereich umfangreicher als die Hauptnachrichtensendungen. Schwerpunkte gab es außerdem u.a. bei den Themen Parlamentswahl in Israel sowie Daten-Affäre bei der Deutschen Bahn. Die „Tagesthemen“ berichteten intensiver als die anderen Sendungen über den Streit um die Nominierung von Erika Steinbach für den Stiftungsbeirat „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“; das „heute-journal“ u.a. über das Konjunkturpaket in den USA

CSU mit starker Nachrichtenpräsenz – Wirtschaftsminister Guttenberg auf Platz 3

Während die CDU im Februar in etwa die gleiche Anzahl an Auftritten ihrer Politiker in den Fernsehnachrichten erzielte wie im Vormonat (348 gegenüber 356), musste sich die SPD dieses Mal mit deutlich weniger Präsenz begnügen (245 gegenüber 303). Stark vertreten war in diesem Monat die CSU (179 Auftritte), u.a. wegen des Wechsels an der Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums. Die anderen Parteien erreichten im Februar eine geringere Präsenz als im Monat zuvor: FDP 52 Auftritte B90/Grüne 36 Auftrittte, Die Linke 17 Auftritte.

Untersuchungszeitraum: 1.2.-28.2.2009
Insgesamt 882 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de

Unter den Top-20 der am häufigsten in den Nachrichten präsenten Politiker findet sich auf Rang 3 erstmals der neue Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor Freiherr zu Guttenberg (63 Auftritte). Angeführt wird die Liste wie in den Vormonaten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (133 Auftritte) vor Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (65 Auftritte).

Untersuchungszeitraum: 1.2.-28.2.2009
Insgesamt 882 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de

Hoher Anteil an Wirtschaftsthemen im Februar

Durch die verschiedenen Aspekte der Wirtschaftskrise, die als Topthemen den Nachrichtenmonat Februar prägten, war auch der Wirtschaftsanteil am gesamten Nachrichtenangebot bei allen untersuchten Sendungen höher als im Vormonat. Dies ging in der Regel zu Lasten des Politikanteils, zumal auch die Themen aus Wissenschaft/Kultur und Gesellschaft/Justiz dieses Mal stärker vertreten waren.

Besonders ausgeprägt waren die Wirtschaftsanteile beim „heute-journal“ mit 19 Prozent (entspricht 5 Minuten pro Ausgabe) und bei den „Tagesthemen“ mit 17 Prozent (4 Minuten). „Tagesschau“, „heute“ und „Sat.1 Nachrichten“ erreichten jeweils 13 Prozent Anteil wirtschaftlicher Themen, „RTL aktuell“ 10 Prozent.

Die privaten Nachrichtensendungen „RTL aktuell“ und „Sat.1 Nachrichten“ hatten im Februar darüber hinaus höhere Anteile im Bereich Unfall/Katastrophe, die vor allem auf die Berichterstattung über die Buschbrände in Australien zurückgeführt werden können.

Untersuchungszeitraum: 1.2.-28.2.2009
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de

Untersuchungszeitraum: 1.2.-28.2.2009
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de

2 Antworten auf InfoMonitor Februar 2009: Opel-Krise war Topthema

  1. Marius sagt:

    Ich schätze mal, dass das Thema General Motors und Opel auch im März, April und Mai noch ganz weit vorne unter den Topthemen rangierte. Bis heute sind ja keine wirklichen Entscheidungen gefallen und alle Arten von “Hilfe”, die schon geleistet wurden sind im Sande verlaufen. Vermutlich wird das Thema auch nach den ja nun angeblich bald anstehenden Entscheidungen noch eine ganze Weile die Nachrichten dominieren, schlicht und einfach, weil so viele menschen direkt davon betroffen sind.

  2. Mika sagt:

    Entscheidungen wurden ja mittlerweile in jeglicher Hinsicht getroffen, ob GM oder Opel. Jetzt man man einfach nur Abwarten, wie sich die ganze Sache für die Unternehmen entwickeln und ob es irgend jemand davon schafft eine Zukunft vor sich zu haben, in der es auch möglich ist Arbeitsplätze längerfristig zu sichern.

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