ICANN-Kandidatenvorstellung

Hans Peter Dittler

 


Frage 1: Wer sind Sie, was macht ihr Profil, Ihre Qualifikation aus?

Hans Peter Dittler: Beruf/ Position:
Geschäftsführer der BRAINTEC
Netzwerk-Consulting GmbH Netzwerk- und Technologieberatung
Stellvertretender Vorsitzender von ISOC.DE

Nach mehr als 15 Jahren Netzwerkberatung und aktiver Teilnahme an
der Standardisierung des Internets im Rahmen von IEEE und IETF will
ich mit meiner Kandidatur im Rahmen der At-Large Vertreter der
Internet-Benutzer bei Icann sicherstellen, dass das Internet
weiterhin allen offen steht, Einzelpersonen, Organisationen und
Firmen, um dort ihren privaten und kommerziellen Interessen
nachzugehen. Neben den technischen Voraussetzungen sind in den
letzten Jahren immer mehr wirtschaftliche und politische Einflüsse auf
das Internet sichtbar geworden. Das Internet soll, soweit irgend
möglich, von politischem Einfluss und der einseitigen Ausrichtung auf
das Interesse einzelner Gruppen frei bleiben.

Als meine Ziele einer Mitarbeit bei Icann habe ich definiert: die
Transparenz aller Vorgänge bei Icann; den Kontakt zu den Nutzern in
Europa und Deutschland; und den Versuch, die Eingriffe und
Veränderungen in das Internet durch Icann möglichst gering zu
halten.

Frage 2: Was bedeutet die Icann-Kandidatur für Sie? Warum haben Sie
sich dazu entschlossen?

Hans Peter Dittler: Eine
Kandidatur für die Vertretung der
Internet-User bei Icann stellt für mich einen
Weg dar, wie ich dazu beitragen kann, das Internet auch in Zukunft als
zentrales Medium der Kommunikation für alle Teilnehmer offen
zu halten.

Hans Peter Dittler

Hans Peter Dittler

Frage 3: Warum glauben Sie, dass Sie im Icann-Direktorium sitzen
sollten?

Hans Peter Dittler: Icann braucht Direktoren mit einem soliden technischen
Verständnis, die für die jetzt immer wichtiger werdenden Fragen und
Entscheidungen aus dem politischen und sozialen Umfeld
funktionierende Lösungen vorschlagen können.

Frage 4: Was können Sie beitragen zu einer konstruktiven
Weiterentwicklung von Icann?

Hans Peter Dittler: Erfahrung im Umgang mit nationalen und internationalen
Verbänden und Interessengruppen. Die Arbeit bei der IETF gibt viele
Ansätze zu technischen Diskussion über die Zukunft des Internets.
Die Mitwirkung bei ISOC gibt viele Kontakte zu anderen europäischen
und nicht-europäischen Gruppen von Internet-Benutzern. Daraus
ergeben sich zahlreiche Ansätze zu einer Weiterentwicklung des
Internets als offene Plattform.


Frage 5: Wen vertreten Sie?


Hans Peter Dittler: Alle Internet-Benutzer, die mich wählen. Darüber hinaus
werde ich versuchen, die Interessen aller Benutzer des Internets zu
vertreten, um eine für jeden offene Kommunikationsplattform
sicherzustellen.

Frage 6: Werden Sie von irgend jemandem "gestützt", ideell oder
finanziell?

Hans Peter Dittler: ISOC.DE unterstützt meine Kandidatur. Die Unterstützung
erfolgt in erster Linie in ideeller Form, finanzielle Hilfen werden nur als
Ersatz für Reisekosten in geringem Umfang möglich sein. Die Arbeit in
meiner eigenen Firma erlaubt mir die notwendige Freiheit zur Mitarbeit
bei Icann.

Frage 7: Wo sehen Sie die Hauptprobleme und -Aufgaben der Icann?

Hans Peter Dittler: Die Aufgabe von Icann ist die korrekte Verwaltung des
Internets in den Bereichen Protokoll-Nummern, IP-Adressen und
Domain-Namen. Icann sollte sich auf diese Aufgaben beschränken
und erst einmal in diesem Feld zeigen, ob eine neue Form der
internationalen Verwaltung, wie Icann sie derzeit versucht
aufzubauen, überhaupt funktionsfähig sein kann. Eines der größten
Probleme für Icann wird sein, dass man allgemein viel zu viel von
Icann erwartet. Jede Gruppe versucht derzeit ihre Eigeninteressen
durchzusetzen. Es ist eine der größten Herausforderungen für Icann
in der nächsten Zukunft, hier zumindest im zentralen Bereich der
Domain-Namen schnelle Fortschritte vorzuweisen.

Die Prozesse und Verfahren bei Icann (und zuvor bei IAHC) waren
und sind oft viel zu langsam. Gleichzeitig fehlt bei vielen
Entscheidungen und Vorgehensweisen die Transparenz, die
notwendig wäre, um Icann von außen vollständig zu beurteilen.
Gerade die Auswahl der Kandidaten für die At-Large-Vertretung
durch das Nominierungs-Komitee zeigt hier einige Defizite. Hier und
bei einigen anderen Abläufen lässt sich sicher noch vieles verbessern

 


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Spiegel-Online.

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