ICANN-Kandidatenvorstellung

Thomas Bandholtz

 


Frage 1: Wer sind Sie, was macht ihr Profil, Ihre Qualifikation aus?

Thomas Bandholtz: Ich kam – wie so viele – in
den 80er Jahren als Quereinsteiger in die
Datenverarbeitung. Gerade habe ich als Projektleiter das " German
Environmental Information Network" realisiert – ein Internetportal auf
Basis von XML und HTTP-Kommunikation. Seit 1999 bin ich an der
Entwicklung einer internationalen Environmental Markup Language
(EML) beteiligt, die helfen soll, die zahlreichen Standards auf diesem
Gebiet zusammenzuführen. Das stützt sich auf die Konzeptionen des
" Semantic Web" des W3C.

Frage 2: Was bedeutet die Icann-Kandidatur für Sie? Warum haben Sie
sich dazu entschlossen?

Thomas Bandholtz: Ich möchte helfen, diese Organisation voranzubringen,
weil ich glaube, dass sie das Internet vor erbarmungsloser
Kommerzialisierung retten kann. Ich möchte nicht demnächst das
Gefühl haben, ich könnte mich ebenso gut vor den Fernseher setzen.

Thomas Bandholtz

Thomas Bandholtz


Frage 3: Warum glauben Sie, dass Sie im Icann-Direktorium sitzen
sollten?

Thomas Bandholtz: Ich habe gelernt, zwischen
konservativen und progressiven Kräften zu
vermitteln. Irgendwie scheint es mir zu
gelingen, positive Ziele und Tatkraft zu
verstärken, die ursprünglichen Ziele wirklich
durchzusetzen und nicht in Flügelkämpfen
untergehen zu lassen.

Frage 4: Was können Sie beitragen zu einer konstruktiven
Weiterentwicklung von Icann?

Thomas Bandholtz: Ich kapiere schnell und finde gerne überraschende Lösungen für das
Wesentliche.


Frage 5: Wen vertreten Sie?


Thomas Bandholtz: Ich vertrete alle, die die Freiheit und Autonomie des Web
bewahren und zugleich mehr Struktur und Semantik erreichen wollen.

Frage 6: Werden Sie von irgend jemandem " gestützt", ideell oder
finanziell?

Thomas Bandholtz: " Meine" Firma Sema Group ist mit 22.000 Mitarbeitern in
weltweit 160 Niederlassungen ein führendes Unternehmen der
Informationstechnologie. Schwerpunkte der Unternehmenstätigkeit
sind Systemintegration, Consulting, Outsourcing und die Entwicklung
fachspezifischer Softwareprodukte.

Frage 7: Wo sehen Sie die Hauptprobleme und -Aufgaben der Icann?

Thomas Bandholtz: Ein Problem wird es natürlich sein, den Anspruch der
ICANN gegenüber den klassischen Machtfaktoren durchzusetzen. Die
Hauptaufgabe liegt nicht allein darin "Names & Numbers" zu
vermitteln. Das ist nur die Grundlage. ICANN soll ein unabhängiges
Zentrum des Semantic Web werden.

 


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Spiegel-Online.

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