ICANN-Kandidatenvorstellung

Bertram Gebauer

 


Frage 1: Wer sind Sie? was macht ihr Profil, Ihre Qualifikation aus?

Bertram Gebauer: Mein Name ist Bertram Gebauer, ich bin 39 Jahre alt,
verheiratet, habe 2 Kinder.

Frage 2: Was macht ihr Profil, Ihre Qualifikation aus?

Bertram Gebauer: Technisch: Ich verwalte den im Internet liegenden Teil des
Netzes der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus
sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Das umfasst die
Planung und Vergabe der IP-Adressen, des DNS, des Routings und
der Servertechnik. Meine eigenen Fähigkeiten möchte ich so
einschätzen, dass ich zwar nicht der ganz große Guru bin, generell
aber ein gutes Verständnis für technische Fragestellungen und
Konzeptionen mitbringe.
Nichttechnisch: In einer zweiten Funktion bin ich Vorsitzender des
Bürgernetzverband e.V. In dieser Funktion habe ich Verhandlungen
mit Grossfirmen, Politikern und anderen tragenden Kraeften der
Gesellschaft zu führen und die Interessen der Mitglieder der
Buergernetze in geplante oder laufende Entwicklungen einzubringen.

Bertram Gebauer

Bertram Gebauer


Frage 3: Was bedeutet die Icann-Kandidatur für Sie? Warum haben Sie
sich dazu entschlossen?

Bertram Gebauer: Zur Mitgliedschaft bei Icann
hatte ich mich sofort entschlossen,
nachdem ich davon gehört hatte. Mein
grundlegendes Interesse an den
Aufgabenstellungen von Icann ist also
vorhanden.

Diese Kandidatur bedeutet für die Bürgernetze und mich aber mehr
als das Rennen um einen Direktorenposten. Wir hoffen, dass es uns in
diesem Zusammenhang gelingt, den politisch-bayerischen Touch
loszuwerden, den wir seit zwei Jahren wirklich nicht mehr verdienen.
Wir hoffen ferner, dass wir über diese Kandidatur Leute in Europa und
in der ganzen Welt kennenlernen, die ähnliche Gedanken verfolgen
und mit denen wir nach der Wahl zusammenarbeiten können.

Frage 4: Warum glauben Sie, dass Sie im Icann-Direktorium sitzen
sollten?

Sabine Reul: In unserer Organisation sitzen nicht die technisch
hochbegabten Freaks, sondern ein repräsentativer Durchschnitt der
Bevölkerung. Die Bandbreite reicht von Handwerkern über Arbeiter
und Angestellte bis hin zu Beamten und Politikern. Auch einige Ärzte
haben wir unter uns. Diese Vielfalt spiegelt sich zum Beispiel in den
Besetzungen der Vorstände der einzelnen Mitgliedsvereine wieder,
der geneigte Leser kann sich da gerne mal umsehen.

Diese Erfahrungen im direkten, unmittelbaren Umgang mit den
verschiedenen Berufsgruppen und Interessenlagen erfordert eine
ständige Suche nach Konsens, wie er in der Aufgabenbeschreibung
von Icann ja explizit gefordert wird.

Frage 5: Was können Sie beitragen zu einer konstruktiven
Weiterentwicklung von Icann?

Bertram Gebauer: Wichtig wäre, dass moeglichst viele Aspekte zu den
Entwicklungen bei Icann eingebracht werden könnten. Das bedeutet,
dass ich nicht dem Wahn erliege, allwissend zu allen Fragen
qualifiziert Antwort geben zu können. Wie schon heute bei den
Bürgernetzen würde ich versuchen, unter den an den Entwicklungen
bei Icann interessierten Bürgern ein Forum zu schaffen, dessen
Diskussionsergebnisse ich dann in die Diskussion bei Icann einfliessen
lassen möchte.


Frage 6: Wen vertreten Sie?


Bertram Gebauer: Heute vertrete ich direkt die Bürgernetzvereine, indirekt
die Mitglieder in diesen Vereinen. Anderweitige Pflichten habe ich,
soweit es die Aufgabenstellungen bei Icann betrifft, nicht. Auf keinen
Fall vertrete ich in dieser Hinsicht die Interessen einer Regierung oder
Behörde.

Frage 7: Werden Sie von irgend jemandem "gestützt", ideell oder
finanziell?

Bertram Gebauer: Ideel von einer Mehrheit der Bürgernetze, finanziell durch
eine eigene gesicherte Position.

Frage 8: Wo sehen Sie die Hauptprobleme und -Aufgaben der Icann?

Bertram Gebauer: Die Aufgabenstellung von Icann umfasst nicht nur
technische Aspekte, was in der Selbstdarstellung von Icann ja auch
sehr deutlich unterstrichen wird. Allerdings sehe ich im
nichttechnischen Teil noch große Defizite. Dieser Bereich ist
gesellschaftlich wie politisch hochbrisant, und er wird zunehmend
wichtiger. Ich denke hier insbesondere an die Entwicklung
personenbezogener Dienste, wobei ich die Verabschiedung der
zugehörigen Protokolle als Aufgabe von Icann sehe.

 


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Spiegel-Online.

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