Frauennews aus aller Welt


Auf der Suche nach einem Frauenmagazin im Internet stößt man schnell auf all diejenigen
Magazine für Frauen, die es auch am Kiosk gibt- ob Brigitte, Amica oder Allegra- sie alle
sind mittlerweile im Netz vertreten.

Aber es gibt auch ein Magazin, das man nur im Internet finden wird- die
frauennews. Jana Arakeljan hat vor zweieinhalb Jahren
dieses Ein – Frauen – Projekt geschaffen, das sich nicht mit den üblichen Themen zwischen
Schönheitstipps und Partnerschaftsproblemen befaßt. Die frauennews entstanden vielmehr aus
der Beobachtung heraus, dass frauenpolitische Nachrichten zwar noch in den Presseagenturen
Aufnahme finden, in den Tagesmedien jedoch kaum erscheinen: "frauennews entstand aus diesem
Defizit. Das, was ich vermißte und mir wünschte, habe ich mit dem e- zine umgesetzt. Es
bestätigt aber auch: was im Internet abgerufen werden will, muß erstmal eine/r reinstellen".


Also bietet Arakeljan in ihrem Angebot journalistisch aufbereitete und regelmäßig aktualisierte
Nachrichten, die man sonst vergeblich sucht, beispielsweise über die Lage der Frauen im
Kosovokrieg. Neben den aktuellen News gibt es eine lange Reihe von Special-Themen: Frauen
businesslike, die Geschichte der Frauenbewegung, die Situation von Frauen in Ländern wie
Afghanistan oder Indien und vieles mehr. Hier stellt sie eine Fülle von
Hintergrundinformationen und Links zur weiteren Recherche zur Verfügung.

Jana Arakeljan gibt auf ihren Seiten "Tipps zum böser werden" von A bis W –
ein Auszug:
"Cross-Targeting : Frauen/ -Gruppen treten für andere Frauen/ Gruppen ein,
wenn diese belästigt, diskriminiert o. ä. werden, da die Betroffenen sich
oft nicht selbst wehren können oder sich in ihrer direkten Situation nicht trauen.
Die unbeteiligte Gruppe kann dagegen den Mißstand öffentlichkeitswirksam anprangern."
Außerdem findet man Buchempfehlungen für Mädchen (und Jungen) und Fernseh- und Kinotipps.
Auf einem pinboard können Kotakte geknüpft und Veranstaltungen angekündigt werden. Dieses
Angebot wird von vielen Fraueninitiativen rege genutzt und ist ein gutes Beispiel für das
Networking, dass zwischen Frauen betrieben wird. Jeder der einen Termin für Frauen
veröffentlichen möchte, kann das an dieser Stelle völlig kostenlos tun. In einem Pool
werden darüber hinaus wissenschaftliche Arbeiten zu "Frauenthemen" gesammelt.

Dass das "Networking" bei Frauenangeboten im Internet groß geschrieben wird, sieht man
daran, dass die frauennews zusammen mit anderen Frauenprojekten eine gemeinsame
Einstiegsseite im Netz haben. Auf der Seite www.woman.de
werden folglich vier "große Links" angeboten:
Eine Frauensuchmaschine
mit Stichwortkatalog, die frauennews,
das Hamburger Frauen-Internet-Projekt
und Web for women, – eine Internetproviderin für Frauen.
Deshalb verstehen sich auch die frauennews als ein Netzknotenpunkt, an dem andere
Frauenseiten verlinkt werden, Frauen eigene Beiträge veröffentlichen können, Projekte
aus dem "real life" vorgestellt werden, ein Austausch an Informationen stattfindet und
wo Frauenaktionen und -organisationen aktiv durch PR unterstützt werden. Dabei ist es
nicht leicht, ein nicht kommerziell – ambitioniertes Projekt wie die frauennews in
völliger Eigenregie zu betreiben, vor allem aus finanzieller Sicht.
"Zwei Jahre frauennews bedeuten auch, daß es Zeit ist, eine finanzielle,
sehr einseitige Belastung abzubauen. Leider sehe ich kaum Möglichkeiten,
finanzielle Quellen anzuzapfen. Es sieht so aus, daß
Frauen kaum Förderungswege offen stehen."

Und so ist der größte Wunsch der Macherin für den dritten Geburtstag ihres Magazins
im nächsten Jahr ein bescheidener: "endlich mal die Frauen zu einem gemeinsamen Essen
einladen zu können, die direkt oder indirekt Anteil an frauennews haben. Das hatte ich
mir immer vorgenommen – die Geburtstage von frauennews auch mit Frauen zu feiern!" und
außerdem:
"Ich wünsche mir, daß es mit frauennews kontinuierlich weitergeht. Ein gutes Projekt soll
angeblich daran erkennbar sein, daß es nie zu Ende ist. Gern möchte ich, daß frauennews
ein Wachsen mit den Wünschen und Ansprüchen frauenbewegter Userinnen erlebt."

Jana Arakeljan hat mit den frauennews ein Internetmagazin geschaffen, das eine wichtige
Ergänzung zu den Nachrichten der Tagesmedien darstellt. Es wäre ihr zu wünschen, dass im
März nächsten Jahres irgendwo viele Frauen zusammen an einem Tisch sitzen, um gemeinsam den
dritten Geburtstag dieses engagierten Projektes zu feiern.

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