Frag den Präsidenten

Seine möglichen Gegenkandidatinnen und -kandidaten laufen sich gerade erst für das Kandidatenrennen der Republikaner warm, da zündet der amtierende US-Präsident bereits die nächste Stufe seiner Web 2.0-Wahlkampfvorbereitungen. Barack Obama lädt am Mittwochabend (MEZ) zur Twitter-Sprechstunde ein.

 

Die Vereinigten Staaten leiden neben einer enorm hohen Staatsverschuldung an den finanziellen Belastungen durch zwei Kriege, am stetig zunehmenden Konkurrenzdruck aus China und weiterhin an dramatischer Arbeitslosigkeit in der Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Ob diese vielfältigen volkswirtschaftlichen Problemlagen der herausgeforderten (Wirtschafts-) Supermacht wirklich auf Tweet-Niveau kondensiert geschweige denn zufriedenstellend beantwortet werden können, ist mehr als fraglich. Doch Barack Obama, der bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2008 den Microblogging-Dienst Twitter zur Wähleransprache genutzt hatte, intensiviert diesen Kommunikationskanal nun ein weiteres Mal.

In maximal 140 Zeichen kann der US-Präsident am Mittwoch ab 20.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit zu den beiden Themenbereichen Wirtschaft und Arbeit befragt werden, so die Ankündigung auf der offiziellen Homepage des Townhall-Meetings.

Wieviel Wahlkampf steckt hinter der in Kooperation mit Twitter initiierten einstündigen Veranstaltung, die im East Room des Weißen Hauses stattfinden wird? Twitter-Nutzer in den USA, die sich von der präsidialen Twitter-Runde mehr als ein digitales Vorwahlkampfgeplänkel erwarten, bereiten sich jedenfalls bereits darauf vor, Obama mit einer abgestimmten Twitter-Fragestrategie gezielt in die Enge zu treiben und zum Antworten zu zwingen, zumal die konkreten Modalitäten, nach denen die Veranstaltung am morgigen Abend ablaufen wird, von den Strategen des Weißen Hauses im Vorwege nur spärlich kommuniziert worden sind. Der Hashtag für alle hiesigen Interessierten, die dem von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey (@Jack) moderierten Townhall-Meeting in Echtzeit beiwohnen wollen, lautet #AskObama.

Bereits vor einigen Wochen war berichtet worden, dass der Präsident unter seinem Twitter-Account bei Verwendung der Signatur „BO“ zukünftig auch persönlich twittert.

ERGÄNZUNG: Ein US-amerikanisches Blog liefert inzwischen eine Zusammenfassung von Obamas Twitter-Townhall-Meeting.

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