Die Google-Produktpalette

Längst ist Google nicht mehr nur die Suchmaschine. Zwanzig Prozent ihrer Arbeitszeit haben die Google-Mitarbeiter zur Verfügung, um sich Innovationen zu widmen. Fast wöchentlich bringt das Unternehmen mittlerweile neue Dienste auf den Markt oder verleibt sich bereits bestehende ein. Hier die wichtigsten.

AdWords: Der firmeneigene Werbedienst AdWords versteigert die Anzeigen, die bei den Treffern der Google-Suche auf der rechten Seite geschaltet werden. Bezahlt wird pro Klick auf die eigene Werbung. Die Reihenfolge, in der die Werbungen erscheinen, wird bestimmt durch die Höhe des Gebots, das der Werbende abgegeben hat, und nach Beliebtheit der Anzeige. Die Werbungen werden nach dem gesuchten Begriff ausgewählt.

AdSense: Adsense ist der zweite Werbedienst Googles. Er ermöglicht eine Vermittlung von Werbenden für Homepagebetreiber. Wie bei AdWords wird nur pro Klick auf die Banner bezahlt.

Analytics: Google Analytics ist ein Tool, mit dem eine Homepagebetreiber den Verkehr auf seiner Seite messen und nach verschiedenen Kriterien analysieren kann. Aus Datenschutzgründen ist dieses Angebot jedoch umstritten, da es auf dem Computer einen Cookie installiert und Daten des Internetverhaltens an Google sendet. Somit kann Google Nutzerprofile mit dem Onlineverhalten der User erstellen.

Books: Ein relativ aufwändiges Projekt von Google ist die Buchsuche Google Books. Hierzu scannt Google im Rahmen des Books Library Projects mit einer geheimen Technik Bücher in großen Bibliotheken etwa in Harvard, Oxford, München und Lyon. Viele der Bücher sind nicht mit allen Seiten einsehbar.

Desktop: Diese Suchmaschine bietet eine Suche auf dem eigenen Computer oder dem eigenen Netzwerk. Allerdings werden bei der Suche über mehrere Computer Indexdaten auf Google-Servern gespeichert.

Docs: Google Docs ist webbasiertes Textverarbeitungsprogramm, mit dem Texte, Tabellen und Grafiken online erstellt und gespeichert werden können. Noch befindet sich das Produkt in der Betaphase.

Earth: Google Earth ist ein Dienst, der weltweite Luftbilder der Welt zur Verfügung stellt. Während abgelegene oder unbevölkerte Regionen nur in der groben Auflösung von Satellitenbildern zu betrachten sind, bestehen von vielen Stadtregionen scharfe Flugzeugaufnahmen. Google kaufte den Keyhole-Dienst, wie er vorher hieß, im Jahr 2004. In den vergangenen Jahren kamen interaktive Elemente wie die Möglichkeit zur Einstellung eigener Fotos und zur Kreation von Gebäuden in 3D hinzu. Während einerseits kritisiert wird, dass Google Earth zur Auswahl terroristischer Ziele genutzt werden könnte, wird andererseits bemängelt, dass bestimmte Objekte wie Militärbasen und Atomkraftwerke in den Bildern fehlen.

Email: Googles kostenloser Emaildienst Gmail, im manchen Ländern auch unter dem Namen Google Mail bekannt, ist vor allem aufgrund des ungewöhnlich großen Speicherplatzes beliebt. Aber auch andere Funktionen, wie etwa die Rechtschreibprüfung und die gute Kompatibilität mit anderen Programmen machen Gmail attraktiv. Datenschützer kritisieren, dass die Betreffzeilen verarbeitet werden, um beispielsweise passende Werbeanzeigen einzublenden.

Groups: Usenets, eine Art Dikussionsforum, sind im Internet ein schon recht altes Phänomen. Mit dem Kauf eines großen Usenet-Archivs, das bis ins Jahr 1981 zurückreicht, gründete das Unternehmen Google Groups. Weiterhin wird hier diskutiert, alte Artikel können zu Recherchezwecken aber auch gezielt durchsucht werden.

Knol: Im Juli 2008 hat Google mit Knol ein Gegenkonzept zu Wikipedia gestartet. Dabei soll die Enzyklopädie stark auf die Autoren fixiert sein, um ausgewiesene Fachleute anzuziehen. Bislang läuft das Projekt noch in der Betaphase.

Maps: Google Maps ist ein Kartenprogramm von Google, das auch als Routenplaner fungiert. Es stellt die Browser-Version von Google Earth dar. Außer der Karte kann man in der Funktion „Satellit“ Luftbilder der Orte betrachten. Momentan kommt in immer mehr Städten die Street View-Funtion hinzu, bei der von Autos aufgenommene 360 Grad-Bilder aus allen Straßen der Stadt geladen werden können. Momentan werden in Deutschland Berlin, Frankfurt und München erfasst.

Orkut: Ähnlich zu Facebook oder Myspace hat Google mit Orkut einen eigenen Social-Network-Dienst. Angemeldete User können eigene Profile erstellen, Gruppen gründen oder sich mit anderen Vernetzen. Während der eigentliche Zielmarkt in den USA kaum gewonnen werden konnte, ist das Netzwerk vor allem in Brasilien, aber auch in Indien beliebt. Im Iran hatte Orkut ebenfalls viele Nutzer, wurde aber aus politischen Gründen gesperrt.

Picasa: Die Fotosoftware Picasa ist ebenfalls kein Eigenprodukt Googles, sondern die im Jahr 2004 gekaufte und umbenannte Software LifeScape. Sie kann Bilder archivieren und bearbeiten. In der Weberweiterung Picasa Web-Alben lassen sich die Fotos auch, ähnlich dem Dienst Flickr, online stellen.

Scholar: Suchmaschine speziell für wissenschaftliche Publikationen. Einige der Suchtreffer sind im Volltext einsehbar. Das Ranking der Treffer wird anhand der Zahl der Verweise in anderen wissenschaftlichen Texten erstellt.

Sky: In jeweils einer Version für Google Maps und Google Earth kann mit Google Sky der Himmel von der Erde aus betrachtet werden. Weitere Projekte mit Weltraumbildern sind Google Moon und Google Mars, bei denen nach dem Vorbild von Earth bzw. Maps interaktive fotografische Landkarten dieser Planeten zu sehen sind.

Suchmaschine: Die Suchmaschine ist Googles erste und wichtigste Funktion. Im Jahr 1998 mit 26 Mio. Seiten Suchumfang gestartet, durchsucht sie nach Unternehmensangaben heute mehr als acht Mrd. Seiten bei jeder Anfrage. Umstritten ist die weltweit bedeutendste Suchmaschine aufgrund ihrer nicht-öffentlichen Kriterien, die bestimmen, welche Treffer zuerst angezeigt werden. Über die Jahre kamen spezifische Suchangebote für Bilder, Nachrichten, Videos, Waren und anderes dazu.

Talk: Über den Service Talk, Googles Pendant zum Online-Telefonanbieter Skype, können Gmail-Nutzer in Echtzeit Nachrichten austauschen und über das Internet telefonieren.

Übersetzer: Der Übersetzer ist ein Tool, das sowohl eingefügte Texte, als auch Websites automatisch übersetzen kann.

Video: Mit Google Video und YouTube besitzt Google gleich zwei große Videoplattformen, wobei YouTube mit über 80 Mio. Videos die weitaus Bedeutendere ist. Das Portal wurde 2005 gegründet und ein Jahr später für 1,65 Mrd. Dollar von Google gekauft. YouTube kommt regelmäßig in rechtliche Konflikte mit den Rechteinhabern von Videos, die User hochgeladen haben. Zuletzt sorgte im Juli 2008 der Prozess gegen den Medienkonzern Viacom für Aufsehen.

Kommentar verfassen