Deutsche Schwarzweiß-Sicht zum Thema Datenschutz

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) veröffentlichte heute die Studie „Datenschutz im Internet“. Die Ergebnisse zeigen: Deutsche sind entweder äußerst vorsichtig oder machen sich keine Gedanken über die Sicherheit ihrer Daten im Netz.

72 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online. Bei der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 95 Prozent. Die Aufklärung zum Thema Datenschutz müsse allerdings noch deutlich verbessert werden, erklärte Dieter Kempf, Präsident des Bitkom. So gaben 81 Prozent der Befragten an, es sei ihnen nicht egal, was mit ihren Daten im Internet passiere, doch gleichzeitig betonte kanpp die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass ihnen Informationen darüber, wie sie ihre persönlichen Daten im Netz besser schützen können, fehlten. 72 Prozent wünschen sich, dass der Staat strengere Datenschutzgesetze erarbeitet und 82 Prozent möchten die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen. Kempf sagte dazu: „Die Studie zeigt: Der Schutz der persönlichen Daten im Internet ist zu einer Kernaufgabe von Politik und Wirtschaft geworden.“

21 Prozent der Teilnehmer fühlen sich nicht von Viren, illegaler Ausspähung von Daten, Online-Betrug oder ähnlichen Gefahren bedroht. Von allen Befragten bestätigten 24 Prozent, dass sie keinerlei Maßnahmen (wie den Verzicht auf Online-Transaktionen) ergreifen, um sich zu schützen, und über 40 Prozenten sind gar überzeugt, dass ihre Daten sicher oder sehr sicher sind.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam vor einigen Wochen eine Studie von TNS infratest im Auftrag von Microsoft Deutschland: Verbraucher würden unvorsichtiger, und Datenschutzmaßnahmen gingen zurück, während gleichzeitig die Angst vor Datenmissbrauch ansteige. Die Forderung nach einem Mehr an Transparenz sei trotzdem gleichbleibend.

Der Präsident des Bitkom stellte heute bei der Präsentation der Studie fest, dass zahlreiche Internetnutzer lediglich eine Schwarzweiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet hätten. Es müsse erst noch „eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken“ gefunden werden.

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