Der Oscar für die digitale Stadt

In Stockholm wurde der
‘Global Bangemann Challenge’ vergeben – und wir waren online dabei


Am Mittwochabend war es so weit: Schwedens König Carl Gustaf persönlich nahm in der Stockholmer Nobel-Halle
die Ehrungen vor; in elf Kategorien hieß es: "and the Challenge Award goes to…"

Verliehen wurden die Hauptpreise des
‘Global Bangemann Challenge’
nicht an Filmstars oder Friedensstifter, sondern an die Macher hervorragender
Internet-Projekte (bzw. IT-Anwendungen) aus den Städten aller fünf Kontinente.
Zukunftsweisende Projekte, die im Modellfall sowohl den Menschen als auch den Kommunen,
in denen sie leben, nutzen sollen.

Der Name des Wettbewerbs mag für manche kurios erscheinen, schließlich hat der deutsche EU-Kommissar Martin
Bangemann in seinem Heimatland kein gutes Image, bzw. keine publizistische Lobby
mehr. Obwohl in der von ihm verantworteten
EU-Generaldirektion XIII für den Telekommunikations- und Informationsmarkt in den letzten Jahren
viel bewegt wurde, wird Bangemann in der Öffentlichkeit als in mancher Hinsicht barocker
Polit-Fürst wahrgenommen, dessen später Karrierknick durch den Rücktritt der Kommission kein
Mitgefühl erzeugt.
Der von ihm initiierte und seitdem nach ihm benannte Bangemann-Bericht
"Europa und die globale Informationsgesellschaft"
gab 1994 das Startsignal für die
Begründung der Informationsgesellschaft in Europa. Das hat man wohl auch in Schweden so gesehen.

Ende 1995 rief die Stadt Stockholm erstmals alle großen europäischen Städte zu einem
‘Bangemann Challenge’ auf. Der Wettbewerb wurde ein großer Erfolg.
Das machte Appetit auf mehr: Im Januar 1997 gaben die Stockholmer Initiatoren den
Startschuß für einen weiteren, nun jedoch weltweit ausgerichteten, Wettbewerb:
The Global Bangemann Challenge. Stockholms Bürgermeister Carl Cederschiöld betont, daß der
größte Erfolg des Bangemann Challenge darin bestand und besteht, die Köpfe der
verschiedenen IT-Projekte zusammenzubringen. Getreu der Parole, daß ‘learning by sharing’ die
beste Methode für das Informationszeitalter ist, werde so ein Beitrag geleistet, globale
Netzwerke von Online-Pionieren und talentierten ‘Machern’ zu schaffen.

Für die elf Kategorien des Wettbewerbs wurden insgesamt über 700 Projekte eingereicht, von
denen nun 92 nominiert wurden. Tag für Tag haben wir eine der elf Kategorien vorgestellt – damit
sinnvolle Konzepte auch hierzulande ein interessiertes Publikum finden können.

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