Der politik-digital.de App-Test: nrw-Politik 2.0

App Test BildIn einer losen Reihe stellen wir hier Apps aus den Bereichen Politik, E-Democracy, Medien und Gesellschaft vor – weil wir sie für nützlich halten und empfehlen oder weil sie uns einfach Spaß machen. Heute: die App „nrw-Politik 2.0“ – Politikern auf die Sozialen Netzwerke geschaut.

Das Versprechen

Die App „nrw-Politik 2.0“ verspricht in einer Anwendung alle Social-Media Aktivitäten aller Bundestagsabgeordneten und der Landtagsabgeordneten aus NRW zu vereinen. Die App will Antworten auf folgende Fragen geben: „Was diskutieren Politikerinnen und Politiker in den sozialen Netzwerken?“ „Worüber wird gestritten?“ „Wie stellen sie sich dar?“.

Zielgruppe: Social-Media-Stalker der MdBs und NRW-Politiker. Interessierte, die sehen wollen, wie ihre Abgeordneten sich in den Social Media Kanälen inszenieren und über aktuell online diskutierte politische Themen aus dem größten Bundesland und dem Bundestag informiert bleiben wollen.

Der erste Eindruckscreenshot_2014-11-19_1024

Beim ersten Öffnen der App wird der Nutzer mit dem Hinweis begrüßt, dass es technisch nicht mehr möglich sei, Mitglieder des Europäischen Parlaments aus NRW in der App darzustellen und diese Funktion damit entfällt – ein nicht so toller Start… Die App startet beim nächsten Öffnen aber direkt mit dem Aktivitäten-Stream und kommt somit direkt zum Kern. Hier werden die Aktivitäten aller Politiker aus NRW in den sozialen Medien dargestellt. Visuell aufgearbeitet sind die Top-Themen in einer WordCloud. Dank der übersichtlichen Menüführung ist der User nach dem Anklicken von fünf Tabs auch schon durch.

Und im Detail

Die App empfängt den User mit den – nicht in Echtzeit aber mehrmals stündlich aktualisierten – Aktivitäten der Abgeordneten. Hier wird chronologisch aufgelistet, welche Tweets, Facebook-Posts, Flickr-Bilder oder Youtube-Videos die MdBs und MdLs veröffentlichen. Klickt man einen veröffentlichten Eintrag an, öffnet sich die Profilseite mit Bild, Name, Partei, Position und Aufgabe in der Fraktion. Ebenso sind Wahlkreis, Listenplatz, Internetseite, Mitgliedschaften auf Social Media-Plattformen und darunter der jeweilige Aktivitäts-Stream übersichtlich aufgelistet. Von hier aus kann man sich die Person auf einem Merkzettel speichern. Der Vorteil ist, dass die Aktivitäten bestimmter Personen gezielt nachverfolgt werden kann. Die so entstandene Liste an interessanten Personen lässt sich durch einen Klick auch jederzeit wieder löschen oder ergänzen. Zur Visualisierung der Top-Themen werden diese in einer Schlagwortwolke zusammengefasst und je nach Relevanz größer dargestellt. Wählt man ein Schlagwort aus, werden die passenden Beiträge aller Abgeordneten dazu aufgelistet. screenshot_2014-11-19_1012

Personalisierung: Eine Kontoanmeldung ist nicht notwendig. Positiv hervorzuheben sind auf allen Seiten die Filtermöglichkeiten. Der User kann nach Fraktionen (SPD, CDU/CSU, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP, Piraten Partei und Die Linke) filtern, außerdem nach Mitgliedern des NRW-Landtags, den Mitgliedern des Bundestags aus NRW, allen Bundestagsmitgliedern oder die Gesamtansicht auswählen.

Interaktiv: Mit der nrw-Politik 2.0 App wird der User über die von den Politikern genutzten Social Media-Profile per Klick auf diese weitergeleitet. Eine Interaktion ist erst dann möglich, wenn man sich bei Twitter oder Facebook einloggt. Interessant ist, auf welchen Plattformen sich die Politiker bewegen – auch Xing und meinVZ sind hin und wieder vertreten.

Menü: Nach dem Start-/Ladebildschirm empfängt den User der Stream inklusive der übersichtlich gegliederten Menüleiste. Diese besteht aus dem Stream, dem Merkzettel, den Themen, einer alphabetischen Übersicht mit Suchfunktion nach Personen und der Hilfefunktion. Unter Hilfe findet sich auch die Begründung, warum die App die Mitglieder des Europäischen Parlaments aus NRW seit der Europawahl 2014 nicht mehr präsentieren kann: Die App ist der neuen Parteienvielfalt (nach dem Wegfall der Sperrklausel) technisch nicht gewachsen. Dafür ist die Ausweitung auf alle Mitglieder des Bundestags schon ein Schritt aus der NRW-Politik heraus, hin zu einer breiteren politischen Öffentlichkeit. Auch zum Thema Echtzeitabfrage wird in der Hilfe erklärt, dass diese nicht möglich sei, da durch die Vielzahl der abgefragten Profile eine Sperrung durch Twitter, Flickr, Facebook und YouTube wahrscheinlich wäre.

Datenschutz: Bei der Installation stimmt der User zu, die App auf Fotos/Medien/Dateien und Informationen über das WLAN zugreifen zu lassen.

Fazit

Wer über das politische Geschehen in NRW und die Social Media-Aktivitäten der nordrhein-westfälischen Politiker auf dem Laufenden bleiben will, hat mit dieser App einen guten Ansatzpunkt. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet, die Orientierung intuitiv und auf einen Blick verständlich. Die Aktivitäten der Politiker werden chronologisch aufgelistet. Mit der Tagcloud ist eine schnelle Übersicht zu den diskutierten Themen gegeben. Der persönliche Merkzettel bedient die persönlichen Interessen der User.

Was wir uns noch gewünscht hätten: Die App hat einiges Potential, was die ursprüngliche Einbeziehung der MdEPs verdeutlicht. Abgeordnete weiterer Bundesländer in solch einem Format zu finden, wäre vorbildlich für die gebündelte Übersicht über politische Aktivitäten in Social Media-Kanälen. Da geht noch was. Die Tagcloud ist ein guter Trendfinder, insgeamt verwehrt die App dem User aber jegliche selbstständige Suche nach anderen Themen und passenden Aussagen von Politikern.

Kompatibilität und technische Daten

Getestet wurde die Version 1.7 auf Android

Bewertungen:
Google Play: 4 von 5
iTunes: noch kein Durchschnittswert ermittelt

Bild: Daniel Go

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