Der 100-Dollar-Laptop von A bis Z

Jedes Kind in einem Entwicklungsland soll einen haben und ihn auch benutzen können, so die Vision der Initiative One-Laptop-per-Child (OLPC). politik-digital.de erklärt die wichtigsten Fakten von A bis Z.

 

AMD

Chiphersteller, der die Laptops von One Laptop Per Child ausstattet.

Bildschirm

Ein von Mary Lou Jespen speziell entwickeltes 7,5-Zoll-Display macht es möglich, den Bildschirm sowohl in Farbe, als auch in Schwarz-Weiß zu betreiben. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ist alles auf dem Bildschirm erkennbar.

Classmate

Konkurrenzprodukt des Computer- und Chipherstellers Intel, dass unter anderem in Nigeria eingesetzt wird.

Details

Der XO arbeitet mit Chip von AMD namens LX-700@0,8W mit 433 MHz Taktfrequenz und 256 MB Arbeitsspeicher. Aktuelle Computer sind deutlich schneller, aber auch teurer und verbrauchen mehr Strom.

Energie

Der aktuelle XO verbraucht 2-4 Watt Strom, der XO-2 soll es gar auf ein Watt bringen.

Festplatte

Auf eine klassische Festplatte mit beweglicher Magnetscheibe wurde verzichtet. Stattdessen gibt es 1024 MB Flashspeicher auf einem Chip. Größere Datenmengen können auf dem 100-Dollar-Server gespeichert werden. (erklären, was das ist)

Gründer

Nicholas Negroponte arbeitet am renommierten Media Laboratory des Massachusetts Institute of Technology und ist Gründer und Vordenker der One-Laptop-Per-Child-Initiative

Haiti

Ist eines der Länder, in denen der XO schon zum Einsatz kommt. Weitere Länder sind: Uruguay, Peru, Ruanda, Äthopien, Kambodscha, Mongolei, Afghanistan und Mexiko. Weitere Länder, wie Brasilien haben Interesse am Projekt gezeigt.

Intel

Der amerikanische Chiphersteller ist mittlerweile nicht mehr an OLPC beteiligt. Nach einer halbjährigen Zusammenarbeit kam die Trennung. Grund dafür war zum einem die Arbeit Intels am XO-Konkurrenzprodukt „Classmate“ und wohl auch die Tatsache, dass im XO Chips der Konkurrenz von AMD verbaut sind.

Journal

Programm, das alle Schritte des Nutzer protokolliert und so einfach Zugriff auf kürzlich bearbeitete Dateien liefert.

K
ommunikation

Über den Browser lässt sich Googles E-Mail-Dienst Gmail verwenden. Ein eigenständiges serverunabhängiger Chatprogramm(Client) ist ebenfalls installiert. Über das eingebaute Mikrofon und die integrierte Kamera sollen später Voice-over-IP- (also Sprechverbindungen über das Internet) und Videochats möglich sein.

Linux

Zur Zeit läuft der XO mit einem auf Linux basierendem Betriebssystem. Die Benutzeroberfläche „Sugar“ ist aber der eigentliche Clou. Sie soll auch Nutzern, die noch nie mit einem PC gearbeitet haben, die Möglichkeit bieten, schnell und unkompliziert mit dem Gerät zu arbeiten.

Mesh

Sobald mehrere Laptops in der Nähe sind, bauen sie ein Mesh-Netzwerk auf. In diesem kabellosen Netzwerk lassen sich Dateien verschieben und Programme gemeinsam nutzen. Verfügt ein XO über eine Verbindung zum Internet, so stellen die anderen über ihn ebenfalls eine Verbindung her.

Neighbourhood

Ist ein gemeinsam agierendes Netzwerk von Laptops und auch die Bezeichnung für den Desktop der Bedienoberfläche „Sugar“, der aber nur entfernt mit einem klassischen Windows-Desktopvergleichbar ist. Er zeigt Kontakte in der Nähe, Einladungen zu gemeinsamen Aktivitäten und alle verfügbaren Programme auf dem Laptop selbst.

Open Source

Ist einer der Kerne von OLPC. Alle Programme sollen frei verfügbar sein und für jedermann nutzbar (und bearbeitbar) ohne Kosten oder Lizenzen. Apple-Chef Steve Jobs hatte angeboten das Apple Betriebssystem Max OS X gratis für OLPC zur Verfügung zu stellen. Nicholas Negroponte lehnte jedoch ab. Als Grund nannte er die fehlende OpenSource-Unterstützung.

Peripherie

Zusätzliche Gerätschaften, wie USB-Sticks oder Flashkarten lassen sich über Einschübe unter den "Hörnern" des Geräts verbinden.

Quanta

Taiwanesischer Hersteller des Dynamos, mit dem sich auch ohne Steckdosen oder vergleichbare Stromquellen Energie für den XO erzeugen lässt. Um Strom zu gewinnen, zieht man an einer Schnur ähnlich einem Jojo. Nach einer Minute kurbeln läuft der XO zehnMinuten. Andere Varianten sind Solarzellen oder Batterien.

Red Hat

Computerfirma im Open-Source-Bereich und eines der Gründungsmitglieder von OLPC neben Google, dem Chiphersteller AMD und Rupert Murdochs Medienunternehmen News Corperation. Red Hat entwickelte das stark modifizierte Linux als Betriebssystem für den 100-Dollar-Laptop.

Sim City

Der weltgrößte Spielehersteller Electronic Arts stellte den Programmcode des Kultstädtebauspiels gratis für den XO zur Verfügung. Sim City ist damit auf jedem XO vorinstalliert.

Tastatur

Spritzwasser oder der Inhalt eines umgefallenden Glases können dem XO nichts anhaben. Die Tasten sind aus einem gummiartigen Material, das keine Flüssigkeit ins Innere lässt.

Unternehmen

Derzeit sind zwei neue Unternehmen und Stiftungen aus dem OLPC-Projekt entstanden. Walter Bender, ehemaliges Vorstandsmitglied von von OLPC, gründete Mitte Mai 2008 eine eigene Stiftung namens "Sugar Labs". Diese Stiftung engagiert sich für die Weiterverbreitung der Bedienoberfläche "Sugar", die Ursprünglich für den XO entwickelt wurde. Mary Lou Jespen gründete im Januar 2008 ein eigenes Unternehmen mit dem sie Technik, die im Zuge der XO-Entwicklung entwickelt wurde, vertreiben will.

Vision

Jedes Kind in einem Entwicklungs- oder Schwellenland soll durch OLPC mit einem Laptop versorgt werden und dadurch Zugang zu Informationen und Bildung bekommen. Dies seien, laut Nicholas Negroponte, wesentliche Voraussetzungen um die Armut in der Welt zu bekämpfen.

Windows

Nach anfänglicher Kritik des Unternhemens aus Redmond an OLPC ist Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows XP auch an Bord. Wahrscheinlich werden die Laptops in naher Zukunft mit Linux und Windows ausgeliefert.

XO

Name des tragbaren Computers. Andere gängige Bezeichnungen sind: 100-Dollar-Laptop oder Enwicklungshilfelaptop.

Eine Antwort auf Der 100-Dollar-Laptop von A bis Z

  1. Gast sagt:

    kleine anmerkung zum speicherplatz… der XO lässt sich zusätzlich über eine gut versteckten SD-Karten-Steckplatz mit bis zu 16GB zusätzlichem speicher aufrüsten. ähnlich wie bei USB speichermedien wird der platz automatisch eingebunden und im journal zur verfügung gestellt.

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