Bundesregierung setzt auf Weiterentwicklung des Internets

Wer bietet ein besonders stabiles Plastik-Fenster von einem Meter achtzig Länge und neunzig Zentimetern Breite für maximal 400 Euro?“ So könnte ein Rechercheauftrag im Web 3.0 – dem Internet der dritten Generation – lauten. Als Suchergebnis würde der User nicht nur präzise Informationen zum Produkt erhalten, sondern auch umgehend auf dem Bildschirm sehen, bei welchen Unternehmen er das Fenster in dieser Preiskategorie erwerben kann.

War die Reaktion der Bundesregierung auf innovative Techniken im Rahmen von Web 2.0 eher zurückhaltend, ist sie nun darum bemüht, die Weiterentwicklung des WWW in diese Richtung voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) am 20. Juli 2007 das Forschungsprogramm "THESEUS". Benannt nach einem berühmten Helden der griechischen Mythologie, soll dieses 180 Millionen schwere Leuchtturmprojekt neue Suchtechnologien für das Internet entwickeln. Mithilfe des so genannten "semantischen Webs" werden im Netz gespeicherte Daten zukünftig maschinenlesbar gemacht und damit „strukturiertes Wissen“ (Quelle: Computer-Zeitung) erzeugt.

Solche „intelligenten“ Computerprogramme sind in der Lage, Zusammenhänge und Informationen „hinter“ Wörtern, Bildern, Tönen oder Videos im Internet zu interpretieren. Mittels Schlagwortdatenbanken wird der User künftig verstärkt kontextabhängig nach Informationen im Web suchen können und insgesamt schneller zum Ziel gelangen. Recherchiert er beispielsweise zum US-amerikanischen Präsidentschaftskandidatenanwärter Barak Obama, so wird er nicht nur auf dessen persönliche Website gelangen, sondern zusätzlich auf Audio- oder Videodateien des Demokraten verwiesen.

THESEUS ist Teil des Programms "Informationsgesellschaft Deutschland 2010 (iD2010)“ der Bundesregierung. Es soll gezielt Technologien fördern, um digitale Güter und Dienstleistungen anzubieten oder die kulturelle Vielfalt, zum
Beispiel durch digitale Bibliotheken, zu fördern. Gemäß Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), schafft dies eine innovative Wissensinfrastruktur, die völlig neuartige Formen des Wissenszugriffs, des Wissensmanagements und der webbasierten Dienste, Anwendungen und Geschäftsmodelle ermöglicht (Quelle: Semantic Web School). Laufzeit des Projekts, an dem insgesamt 31 Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Universitäten beteiligt sind, ist fünf Jahre und wird je zur Hälfte vom BMWi und beteiligten Partnern aus Industrie und Forschung finanziert.

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