Blogsprechstunde: Jörg-Olaf Schäfers im Chat-Interview

Am 8. Mai 2007 war der Blogger Jörg-Olaf Schäfers zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Schäfers bloggt auf YAMB.BETA2, auf medienrauschen.com und schreibt für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Bekannt wurde er, als er beim Internetportal StudiVZ gravierende Sicherheitslücken aufdeckte. Im Chat diskutierte er mit den Nutzern über die Grenzen seiner Öffentlichkeit, seinen Streit mit StudiVZ und die Glaubwürdigkeit kommerzieller Blogger.
Wer den Chat verpasst hat, kann hier wieder die besten Fragen und Antworten nachlesen. Das komplette Chat-Interview gibt es auf politik-digital.de.
Wie reagieren Kollegen und Bekannte, wenn sie in deinem Blog auftauchen?
"Ich vermeide, allzu private Dinge zu bloggen, vor allem, wenn sie Bekannte betreffen. Ich frage da sogar bei Fotos und hasse selber nichts mehr, als wenn jemand auf einer Party rumknippst, um die Bilder anschließend ins Netz zu stellen. Ziemlich strange ist es übrigens, wenn einen in der Uni oder auf der Straße wildfremde Menschen anlächeln oder vorwurfsvoll anschauen, weil sie etwas im Blog gelesen haben – und man weiß einfach nicht, warum. Oder in Gesprächen, wenn man auf Dinge aus dem Blog angesprochen wird, die man selber längst wieder vergessen hat. Da fühlt man sich irgendwie nackt."
Hattest du damit gerechnet, mit deiner Kritik an StudiVZ so viele Reaktionen loszutreten?
"Nein, überhaupt nicht. Anfangs habe ich nur ziemlich naiv ein paar Dinge notiert, die mir merkwürdig vorkamen. Als die Diskussion dann Öffentlichkeit bekam, entstand ein ganz eigentümlicher Druck. Plötzlich war da sowas wie eine Verantwortung, Usern und Betreibern gegenüber. Ich habe ziemlich oft überlegt, was ich in welcher Form schreiben kann. Und wem."
Was würdest du anders machen, wenn dir wieder so ein Coup wie mit StudiVZ gelingt?
"Ich habe das nie als Coup gesehen und hätte auf die „Prominenz" dadurch auch gerne verzichtet. Das Problem war auch, dass ich zu Beginn überhaupt nicht wusste, wie es sich entwickelt. Da bin ich an einige Dinge eventuell zu oberflächlich herangegangen."

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