Bieber: Amateur-Wahlkämpfer nicht unbedingt gut fürs Image

„Häufig kann es passieren, dass es zwar gut gemeinte Wahlkampfbeiträge für einen Kandidaten gibt, die müssen sich aber nicht unbedingt positiv entwickeln“, sagte der stellvertretende Vorsitzende von pol-di.net e.V., Christoph Bieber, in einem Interview mit dem Inforadio vom 12. August 2008 zum US-Wahlkampf im Netz. Alleingänge der Anhänger John McCains und Barack Obamas in Sozialen Netzwerken oder Communities müssten dem Image nicht zuträglich sein.

Einer Studie des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes PEW zufolge sucht mittlerweile fast die Hälfte der US-Wähler im Internet Informationen rund um Obama und McCain. Interessant sei, dass der eigentliche Wahlkampf jenseits der klassischen Kandidaten-Homepages und vor allem in Online-Communities wie Facebook und Myspace geführt werde, so Christoph Bieber.

„Inoffizielle“ Wahlhelfer

Dabei sind es vor allem die Anhänger und Parteimitglieder des jeweiligen Präsidentschaftsbewerbers, die die Werbetrommel rühren. Dies geschehe, so Bieber, oftmals ohne das Wissen der offiziellen Kampagnenzentralen. Darin liege eine besondere Gefahr, denn die eifrigen Beiträge der Mitstreiter müssen dem Image des Kandidaten nicht unbedingt immer zuträglich sein.

Einen Click voraus

Beim Kampf um die Aufmerksamkeit und Gunst der Internetnutzer sieht Bieber Obama vor McCain: „Näher am durchschnittlichen Nutzer angelagert“ hätte Obamas Kampagne „etwas bessere Chancen tatsächlich auf fruchtbaren Boden zu fallen“. Die Netzaffinität des Kandidaten entspreche auch dem Geist seiner Anhänger. Die PEW-Studie zeigt, dass "Obamaniacs" im Gegensatz zu McCains Sympathisanten aktiver im Internet sind. 65 Prozent der Obama-Anhänger nutzen das Internet, um sich politisch zu informieren – bei den Anhängern John McCains sind es 56 Prozent. Und während 14 Prozent der Sympathisanten Barack Obamas eine eigene Gruppe für ihn in sozialen Netzwerkseiten einrichteten, engagierten sich weniger als die Hälfte der McCain-Unterstützer in gleicher Weise.


Das ausführliche Interview kann man sich beim Inforadio anhören.

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