Berlin öffnet seine Daten

Als erstes Bundesland hat Berlin heute seine Datensätze in digitaler Form zugänglich gemacht. Mit dem Open Data-Portal will die Verwaltung transparenter und offener werden – und ruft die Bürger zur aktiven Teilnahme auf.

Mit wenigen Klicks zu verlässlichen Daten und Statistiken: Wer sich über  branchenspezifische Durchschnittslöhne, die Luftqualität in Berlin oder die demographische Zusammensetzung verschiedener Stadtteile informieren möchte, kommt dank des neuen Portals Berlin Open Data nun schneller ans Ziel. Auf der Seite sind bisher 18 Datensätze aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Demographie, Geographie und Stadtplanung, Umwelt und Klima, Wahlen und Wirtschaft veröffentlicht, weitere sollen folgen. Das Projekt ist ein Ergebnis des Projekts „Von der öffentlichen zur offenen Verwaltung“, die Federführung liegt bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen.

"Das Portal schafft die Basis für offenes Verwaltungshandeln", so Ulrich Friese, Staatssekretär für Inneres, bei der heutigen Vorstellung der Beta-Version. Bürger könnten nicht nur entscheidungsrelevante Fakten nachvollziehen, sondern sich auch aktiv in Entscheidungsprozesse einbringen. Die Daten sind für alle Besucher der Seite frei zugänglich und können für verschiedene Zwecke genutzt werden, solange nicht gegen die Nutzungsbedingungen und die Rechte Dritter verstoßen wird. Der Großteil der Daten unterliegt der Lizenz „Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland“. Damit ist auch eine kommerzielle Nutzung, zum Beispiel in Form datenbasierter Applikationen, möglich. Dass in der Visualisierung und weiteren Verarbeitung großer und öffentlicher Datensätze viel Potenzial steckt, zeigen Applikationen wie die Fluglärmkarte der TAZ, das Projekt Kietzatlas oder eine Karte mit rollstuhlgerechten Orten.

Open Data-Entwickler Friedrich Lindenberg sieht das Projekt insgesamt sehr positiv, wünscht sich aber, dass sich weitere Senatsverwaltungen beteiligen und die "wahren Schätze der Stadt" öffentlich machen werden. Dazu gehörten vor allem Geo- und Finanzdaten, die nach Meinung Lindenbergs bisher noch unzureichend auf dem Portal integriert seien. 

Open Data ist in Berlin inzwischen auch ein parteipolitisches Thema. Die Positionen der Berliner Landesverbände von SPD, Grüne, Linke, Piraten und FDP gibt es bei den "Wahlprüfsteinen Open Data" der Digitalen Gesellschaft zum Nachlesen.

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