Auftrag Internet

Martina Krogmann, CDU-Internetbeauftragte

Wenn Edmund Stoiber sein
Kompetenzteam weiter ausbauen würde, dann wäre sie die Frau fürs
Internet: e-Government, e-Commerce, digitale Spaltung und E-Voting gehen Martina
Krogmann, MdB, leicht über die Lippen.

Martina Krogmann
Martina
Krogmann

Dabei ist sie im politischen
Geschäft alles andere als ein alter Hase: seit fünf Jahren ist die
37jährige Mitglied der niedersächsischen CDU, seit vier Jahren sitzt
sie für den Wahlkreis Stade im Bundestag und seit eineinhalb Jahren ist
Martina Krogmann Internetbeauftragte der CDU-Fraktion. Ein Amt, für das
die promovierte Politologin sich mehr als nur erwärmt: Sehr stolz und geehrt
sei sie gewesen, als Friedrich Merz ihr den Posten anbot. Neue Medien, ein Querschnittsthema,
meint Martina Krogmann, das sie mit unterschiedlichsten Ressorts in Kontakt
bringt und das wichtige Zukunftsfelder einschließt.

Dass die CDU nicht nur das
Thema Internet personell besetzt, sondern sich mit Martina Krogmann auch den
Gefallen einer Imagepolitur erwiesen hat, wird im Gespräch mit der Internetbeauftragten
schnell deutlich. Auch wenn das Äußere in der Politik angeblich keine
Rolle spielt: Martina Krogmann hätte im Falle einer größeren
politischen Aufgabe nach der Wahl wohl keine Stilberatung à la Merkel
nötig. Über „ihr“ Thema spricht sie gerne: zunächst
bedächtig und bedacht antwortend, trägt der Enthusiasmus sie bisweilen
davon. In diesen Momenten merkt man, dass sie kein Routinier, kein alter Hase
im politischen Geschäft ist. Im Einsatz für das e-Procurement in der
Verwaltung oder die digitale Neuorganisation der CDU-Strukturen vergisst sie
bisweilen die Sprechordnung und ist nur noch Martina Krogmann, ohne MdB. Vielleicht
ist es diese Ferne von der Kaste der Berufspolitiker, das Direkte und Frische,
das ihren Erfolg ausmacht. Bei der Kandidatenaufstellung im Wahlkreis für
die anstehende Bundestagswahl setzte sie sich mit einem traumhaften Ergebnis
von 216 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen bei 218 Stimmberechtigten durch. Neben
ihrem Mandat ist die gebürtige Hannoveranerin auch stellvertretende CDU-Vorsitzende
in Niedersachsen. Eine steile Politikkarriere, die sie "selber total erstaunlich“
findet.

Eigentlich war Frau Dr.
Krogmann bereits in der Wissenschaft angekommen, als der damalige CDU-Chef in
Niedersachsen, Christian Wulff, ihr den Floh mit der Politik ins Ohr setzte.
Nach dem Studium der Politikwissenschaften und Volkswirtschaft in München,
Florenz und USA promovierte Martina Krogmann in Berlin, unterstützt von
der Volkswagen Stiftung. Bei dem anschließenden Aufenthalt in den USA
spezialisierte sie sich nicht nur weiter auf dem Gebiet der politischen Ökonomie
sondern erfuhr zum ersten Mal die Segnungen des Internet am eigenen Leibe: „Nachts
um 23 Uhr die Universitätsbibliothek in meinem Einzimmerappartement zu
haben, das war toll. Und in Deutschland damals noch nicht denkbar“. Bevor
sie diese praktische Begeisterung in Politik umsetzen sollte, kam zunächst
noch eine Station in Hamburg, wo Martina Krogmann beim Generalkonsulat der USA
in Wirtschaftsfragen beriet.

Nun also Politik, noch einmal
mindestens vier Jahre lang, mit den Schwerpunkten Internet, Wirtschaft und Finanzen.
Und mit großem Engagement für ihren Wahlkreis, sei es beim Einsatz
für die Obstbauern im Alten Land oder beim Sammeln von Spenden für
Hochwasseropfer. Dass sie dazu ihre Website nutzt, sollte bei einer Internetbeauftragten
selbstverständlich sein. Der Internetauftritt www.martina-krogmann.de
kommt zunächst eher schlicht daher. Allerdings hält die Seite alle
wichtigen Kommunikations- und Informationsangebote bereit: Aktuelles, Hintergrund,
ein Quiz, ein themenbezogenes Diskussionsforum und das Angebot zur Kontaktaufnahme
finden sich in schnörkellosem Design. Auch gepflegt wird die Seite regelmäßig,
das beweist allein schon der Nachrichten-Ticker.

Was nach der Wahl passieren
soll, sagt sie nicht – auch auf ihrer Website steht davon nichts, dort
wird vor allem mit Wahlkreis-Nahen Themen um Stimmen geworben, die Neuen Medien
treten eher in den Hintergrund. Ob auf der Regierungsbank oder in der Opposition,
Martina Krogmann wird das wohl nicht passieren, ihr bleibt nur zu wünschen,
dass sie im Beruf Politikerin genauso frisch und bürgernah bleibt, wie
sie es in ihrer Lehrzeit gewesen ist.

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