Links, zwo, drei, vier – KW 50

Europa probt die direkte Demokratie, Kuba klont Wikipedia, erster Bundestagsabgeordneter mit eigener iPhone-App und der Cyberwar im World Wide Web – diese und mehr Themen der Woche in der Linkliste.

EU I: Mehr direkte Demokratie

Ab 2012 ist es EU-Bürgern möglich, auf EU-Ebene eigene Gesetzesinitiativen anzustoßen. Am 15. Dezember 2010 stimmte das EU-Parlament mehrheitlich für eine stärkere Bürgerbeteiligung am Gesetzgebungsprozess und machte damit den Weg frei für Europäische Bürgerinitiativen. Demnach müssen mindestens eine Million EU-Bürger aus einem Viertel der EU-Staaten ihre Unterschriften leisten, die sowohl Online als auch Offline gesammelt werden können.

EU II: Neuer E-Government-Aktionsplan

Als Teil der “Digitalen Agenda für Europa” präsentierte die EU-Kommissarin Neelie Kroes am 15. Dezember 2010 einen Maßnahmenkatalog zur Einführung von elektronischen Behörden-Diensten. Diese sollen u.a. zur Steigerung der Effizienz und Effektivität öffentlicher Verwaltungen beitragen. Auch sollen Bürger und Unternehmen stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Eigenbau I: Kuba klont Wikipedia

“Die DDR wurde 1989 von der BRD annektiert!” Diese und mehr Informationen findet man ab sofort auf der kubanischen Variante der Wikipedia. Die historische Rolle von “El Presidente” Fidel Castro nimmt dabei den meisten Raum ein. Aber auch mit Kritik an den imperialistischen USA in persona des ehemaligen Präsidenten George W. Bushs wird nicht gespart. US-Präsidenten wie Barack Obama oder Bill Clinton bleiben dagegen derzeit völlig unerwähnt.

Eigenbau II: Erster Politiker mit eigener iPhone-App

Der FDP-Abgeordnete und Bewerber für den FDP-Parteivorsitz Oliver Luksic ist der erste deutsche Bundestagsabgeordnete, der über eine eigene iPhone-App verfügt, um per Social Media-Diensten wie Twitter oder Facebook in Kontakt mit seinen Wählern zu stehen. Der Nutzer soll damit an seinem politischen Alltagsleben teilhaben, so Luksic. Geboten werden Texte, Bilder und Videos. Außen vor bleiben jedoch die Wähler, deren Smartphones auf Android oder anderen Betriebssystemen laufen.

Studie I: Internet gleichauf mit Offline-TV

Mittlerweile verbringen US-Amerikaner genauso viel Zeit im Internet wie vor dem heimischen TV. Das ergab eine Studie der Beratungsfirma Forrester Research. Demnach stiegen die Online-Aktivitäten der US-Bürger zwischen 2005-2010 um 121 Prozent. Zu den großen Verlierern gehören herkömmliche Medien wie Radio (-15 Prozent), Zeitungen (-26 Prozent) und Magazine (-18 Prozent).

Studie II: iPad lässt Zeitungs-Abos drastisch sinken

Insgesamt 58 Prozent der iPad-Nutzer in den USA wollen in den kommenden sechs Monaten ihr Zeitungs-Abonnement kündigen, 11 Prozent haben es bereits beendet. Das ergab eine Studie der an der Missouri School of Journalism beheimateten Forschungsinitiative Digital Publishing Alliance (DPA). Was die Studie sonst noch verrät: Die typischen iPad-Nutzer sind vornehmlich männlich (80,2 Prozent), im Alter zwischen 35 und 64 Jahren (69,5 Prozent) sowie überdurchschnittlich gut gebildet (76,3 Prozent). Zudem lehnen sie nicht nur Papier-Zeitungen ab, sie bevorzugen auch Zeitungs-Apps vor den entsprechenden Webseiten (92 Prozent).

Der Cyberwar ist in vollem Gange

George Monbiot setzt sich im Hintergrund des aktuellen Geschehens rund um WikiLeaks und den damit einhergehenden Cyberattacken kritisch mit dem “Astroturfing” im Netz auseinander. Als prominentes Beispiel nennt er den Saatgutkonzern Monsanto. Dieser wird verdächtigt, eine Kampagne in Auftrag gegeben zu haben, Wissenschaftler (z. B. in Netz-Foren) zu attackieren, die feststellten, dass mexikanisches Korn weitgehend durch genmanipulierte Pollen kontaminiert wäre. Im Guardian kritisiert Monbiot solch eine Nutzung des Internet und spricht sich dafür aus, das Netz vornehmlich zur Themensuche, zum Testen von Ideen und für offene Diskussionen zu nutzen.

Unter Mitarbeit von Philipp Albrecht.

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