SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel beschreitet im hessischen Landtagswahlkampf neue Wege, indem er vor Weihnachten die Wähler zum direkten Dialog über das Internet auffordert. Anfang Januar 09 zog CDU-Ministerpräsident Koch mit einem Internetvideo und einem Live-Chat nach.
Thorsten Schäfer-Gümbel gewinnt gegen Roland Koch. Zumindestens im Internet. Laut der Forschungsgruppe Wahlen, die für das ZDF eine repräsentative Umfrage bei Internet-Nutzern in Hessen durchführte, würden 41 Prozent Schäfer-Gümbel als Ministerpräsident bevorzugen. Mit 39 Prozent hinkt Roland Koch leicht hinterher. Aber auch diese Zahlen sprechen für sich: 72 Prozent der Internet-Nutzer und sogar 74 Prozent der Viel-Nutzer (mehr als zehn Stunden online am Tag) bescheinigen Schäfer-Gümbel nur geringe Aussichten auf Erfolg.
Der hessische Sprint-Wahlkampf konzentriert sich auf die zwei Wochen vor dem Wahltag. In diesem Zeitraum fallen auch die wenigen größeren Medienereignisse der Kampagne. Nachdem es im November einige Scharmützel um die Durchführung von TV-Debatten gab , muss der Hessische Rundfunk als analoges Leitmedium mit einem Rumpfprogramm zufrieden sein: Zum prestige- und reichweitenträchtigen „Duell der Spitzenkandidaten“ kommt es in diesem Januar nicht.
13. Januar 2009 - 11:26
Dossier
Hessen wählte im Januar 2009 einen neuen Landtag. Der Wahlkampf fand im Vergleich zum Vorgänger verstärkt im Netz statt. Ein Überblick.
Thorsten Schäfer-Gümbels Wahlkampf um das Amt des Ministerpräsidenten in Hessen zeigt neue Wege auf. Statt einseitiger Information setzt er auf den offenen und direkten Dialog mit seinen Wählern. Der Erfolg seiner Videobotschaften auf YouTube oder seines Mikro-Bloggings bei Twitter scheint ihm recht zu geben. politik-digital.de vergleicht den SPD-Internetwahlkampf mit den anderen Parteien in Hessen.
Das soziale Netzwerk StudiVZ hat angeblich weit über fünf Millionen eindeutige Nutzer. Im vergangenen Wahlkampf noch war der hessischen Politik das weitgehend egal, gerade das Studentenportal wurde sträflich vernachlässigt. Obwohl der Wahlkampf 2008 sehr stark auf die Bildungspolitik und nicht zuletzt auf die Frage nach den Studiengebühren fokussiert war, konnte von einer Kampagne in dem Studentennetzwerk keine Rede sein. Jetzt bewegen sich die Kandidaten.
CSU-Wähler haben kurze Stummelbeine, einen Wasserkopf, tragen gerne Dirndl oder Mistgabel und geben ihrem Ministerpräsidenten warme Worte wie "Kick it like Beckstein" mit auf den Weg: Auf einer Kampagnenseite der Jungen Union Bayern kann man zur Landtagswahl am 28. September 2008 einen Comic-Avatar erstellen und so Flagge für den Wahlkämpfer zeigen. Die Seite verknüpft intelligent Wettbewerb und Mitmach-Angebote mit politischen Botschaften.

23. Januar 2008 - 20:30
Dossier
Fernsehen, Radio, Plakate: Die Parteien bringen ihre Botschaften im Landtagswahlkampf in Hessen und Niedersachen auf allen Kanälen an den Wähler. Nur im Internet läuft wenig. Eine Spurensuche.
Er soll ja schon CDU-Mitgliedern empfohlen haben, Die Linke zu wählen - oder SPDlern, für die FDP zu stimmen: Der Wahl-O-Mat, ein interaktives Polit-Programm, ist seit heute anlässlich der Niedersachsen-Wahl (27. Januar 2008) online. Der Wahl-O-Mat gleicht eigene politische Positionen mit den Programmen der Parteien ab.
Pöbelnde NPD-Abgeordnete, Schmiergeldskandale, Waffen im Parlament: Der Sächsische Landtag machte in den vergangenen Monaten eher Negativschlagzeilen. Dass es in Dresden auch gesitteter (und parlamentarisch-langweiliger) zugeht, kann man live im Internet sehen.
Jetzt werden nämlich die Plenardebatten live im Internet übertragen. Dazu benötigt man allerdings den Real-Player oder den Windows Media Player.