Internet für alle – Das Forum Informationsgesellschaft

Internet für Anfänger oder wie kann ich potentiellen Usern das World Wide Web schmackhaft machen? Unter diesem Motto
könnte das neue Forum Informationsgesellschaft
stehen, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
gezielt Internet-Laien ansprechen will, die bislang wenig Zugang zum Internet gefunden haben.

Unter der Rubrik "Rat und Tat"
werden Anfänger auf die Datenautobahn geführt. Dementsprechend klärt das Forum über die grundlegenden Gesichtspunkte des
Internets auf und erläutert den Internet-Novizen, was beispielsweise ein Provider oder Browser ist.
Die Koordinatorin des Forums, Eva Gehltomholt, meint zu dieser Anfängerhilfe, dass "die Entwicklung der Informations-
und Kommunikationstechnologien an Dynamik und Tempo zugenommen" habe. "Das erweiterte Angebot" erschwere "jedoch gerade
weniger geübten Benutzern die Orientierung." Deshalb biete das neue Forum Informationsgesellschaft allen Bürgerinnen und
Bürgern die Chance, "gebündelte Informationen abzurufen, das Medium durch sinnvolle Nutzung besser kennen zulernen und
positive Ansätze im nichtkommerziellen Bereich zu betrachten."

Das Forum gehört ebenso wie die Initiative D21 oder
"Frauen ans Netz" zur Aktion "Internet für alle" der
Bundesregierung, die vom BMWi koordiniert wird. Am 1. August dieses Jahres trat es die Nachfolge des Forums Info 2000
an.
Es beschränkt sich jedoch logischerweise nicht darauf, Einstiegshilfen für neue User zu geben, sondern soll des weiteren
als interaktive Plattform den Dialog zwischen Öffentlichkeit und Experten ermöglichen. Die Gelegenheit, Experten direkt
kontaktieren zu können, ist eine wesentliche Neuerung verglichen mit dem Forum Info 2000.

Innerhalb des Forums bilden sechs Arbeitsgruppen
die Themenschwerpunkte. Diese befassen sich mit Bildung, Demokratie und Verwaltung, Frauen in der
Informationsgesellschaft, Kunst und Kultur, nachhaltiger Entwicklung sowie Seniorinnen und Senioren. In den
Arbeitsgruppen sollen die unterschiedlichen Materien aufbereitet werden, um eine große Breitenwirkung zu erzielen.
Konkret bereitet beispielsweise die Arbeitsgruppe Frauen eine internationale Konferenz zum Thema "Frauen im Internet"
vor, die nächstes Jahr stattfinden soll. Im Rahmen der Expo ist am 6. Oktober eine Konferenz zur nachhaltigen
Entwicklung geplant, die auf der Vorbereitung des Forums beruht.
Nach Angaben von Frau Gehltomholt verfolgen die Arbeitsgruppen allesamt das Ziel, "zur Chancengleichheit in der
Wissensgesellschaft beizutragen. Sie setzen zum einen bei Personengruppen an, die bisher unter den Internet-Nutzern
unterdurchschnittlich vertreten sind, zum Beispiel Frauen, Seniorinnen und Senioren, und bearbeiten zum anderen
Themenfelder, die die Interessen breiter Bevölkerungsgruppen aufgreifen, beispielsweise schulische und außerschulische
Bildung; künstlerische und kulturelle Angebote".

Die Ergebnisse der Gruppen, in denen zahlreiche Professoren und andere Fachleute wie der WDR-Intendant Fritz Pleitgen
oder der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss sitzen, sollen die politische Meinungsbildung und Programmatik beeinflussen.
Für genauere Recherchen zu den dargebotenen Themengebieten kann sich der User Broschüren und andere Materialien
herunterladen und bei Bedarf auch noch auf die abschließenden Ergebnisse des Forums 2000 zurückgreifen. Wem das an
Informationen immer noch nicht ausreicht, der kann die Mitarbeiter des Forums per Email
kontaktieren und sich bei der Suche nach Experten helfen lassen. Dadurch soll es ermöglicht werden, gezielter im
Internet zu suchen.


Highlight jeder Arbeitsgruppe ist das zugehörige Forum, das "den etwa 200 Expertinnen und Experten als Basis für die
Zusammenarbeit dient". Interessierte Bürger können dort ihre Anregungen und Kritik rund um das Thema Internet loswerden,
wenn sie sich zuvor als Mitglieder haben eintragen lassen.
Die geforderten Anmeldungen sind allerdings sehr kompliziert. Es reicht nicht aus, dass der User sich einmalig anmeldet
und er damit auf die sechs verschiedenen Foren zugreifen kann, sondern er muss sich für jedes der Foren erneut
einschreiben.
Zu den Nutzern der Website zählen Vertreter aus Firmen und Verbänden sowie Politik und Verwaltung. Auf besonders viel
Resonanz stößt das Forum bei Wissenschaftlern, die sich mit den dargebotenen Themen intensiv beschäftigen.

Nicht nur Ergebnissen der Arbeitsgruppen werden in den Foren geboten, das Bild wird durch aktuelle Themen zusätzlich
belebt. Tagespolitische Fragen wie Rechtsradikale im Netz oder Studieren per Internet werden ebenso behandelt wie die
neusten Zahlen der deutschen Internetnutzung veröffentlicht werden. Ferner überzeugt das gelungene Layout. Dezente
Farben und eine ansonsten übersichtliche Gestaltung erleichtern es, sich zu orientieren und damit das Angebot zweckmäßig
zu nutzen. Kritikpunkt an dieser Stelle ist einzig der Einsatz zu vieler störender Fenster.

Frau Gehltomholt geht davon aus, dass die Ergebnisse des Forums die Politik in Deutschland beeinflussen können. So seien
bereits "zahlreiche Anregungen und Initiativen der Expertinnen und Experten in das Aktionsprogramm der Bundesregierung
eingeflossen". Beispielsweise hatte die Bundesregierung Vorschläge der Experten angenommen, besondere Studiengänge und
"Schnupperkurse" für Frauen an Universitäten einzurichten. Über Fachveranstaltungen und Kongresse sowie die Teilnahme
verschiedener Ministerien an den Arbeitsgruppen und Gesprächsrunden sei außerdem gewährleistet, dass "aktuelle
Entwicklungen und Anforderungen fortlaufend in die Politik eingebracht" werden können.

Ohne Zweifel ist das Forum Informationsgesellschaft ein ambitioniertes Projekt, das für seine Zukunft selbst
verantwortlich ist: Erfolg oder Misserfolg entscheiden jährlich neu über die Fortführung.

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