In sechs Schritten zum sicheren Postfach

Wehren Sie sich gegen nervende Angriffe aus dem Netz! Wichtige Tipps, wie Sie sich in einfachen Schritten vor Spam-Attacken und Werbemüll schützen und an wen sich betroffene Internetnutzer und Unternehmen wenden können.

 

Fakt ist: Viele Internetnutzer gehen zu sorglos mit ihrer persönlichen
E-Mail-Adresse um. Am wirkungsvollsten ist es, Spam-E-Mails bereits
im Vorfeld zu vermeiden. Das können Sie tun, um das Spam-Aufkommen
in Ihrem Postfach zu reduzieren:

Alternativen E-Mail-Account zulegen

Sorgen Sie dafür, dass Spammer nicht an Ihre Haupt-E-Mail-Adresse
kommen, die Sie im normalen Post-Verkehr, also mit Freunden oder
am Arbeitsplatz, nutzen. Wer häufiger seine Identität
bei der Teilnahme an Gewinnspielen, beim Ausfüllen von Anmeldeformularen,
in Chat-Räumen oder beim Schreiben in Newsgroups preisgibt,
riskiert, dass seine Mailbox mit lästigen Werbebotschaften
überfüllt wird. Besonders Chat-Räume und Newsgroups
sind eine bei Spammern und Adressensammlern äußerst beliebte
„Recherchemöglichkeit“. Daher ist es besonders
zu empfehlen, sich alternative E-Mail-Accounts für bestimmte
Internetaktivitäten wie Online-Shopping, Chats oder Online-Auktionen
einzurichten. Eine kostenlose und auf Wunsch zeitlich begrenzte
E-Mail-Adresse bekommen Sie leicht bei gängigen E-Mail-Anbietern
(z.B. GMX, WEB.de, Hotmail, AOL, etc.).

Vorsichtig mit Mail-Adressen umgehen

Spam-Programme durchforsten automatisch Internetauftritte nach
E-Mail-Adressen. Verwenden Sie deshalb wichtige E-Mail-Adressen,
die Sie für längere Zeit verwenden wollen, in der Öffentlichkeit
nach Möglichkeit nicht so, dass sie für jedermann abrufbar
sind. Es empfiehlt sich, auf einer Internet-Präsenz die Kontakt-E-Mail-Adresse
nicht im Klartext, sondern in Form einer kleinen Bild-Datei (z.B.
GIF) darzustellen. Allerdings wird dadurch das Einlesen der Mailadresse
nicht nur für Spammer erschwert, sondern auch für Menschen
mit Behinderungen oder mit technischen Einschränkungen beim
Internetzugang. Alternativ lässt sich die Adresse auch unter
Verwendung von Leerzeichen oder dem Ausdruck "[at]“ statt
"@“ angeben.

Filterprogramme einsetzen

Viele der Standard-E-Mail-Programme können mittlerweile alle
empfangenen E-Mails nach bestimmten Adressen filtern und Nachrichten
einer bestimmten E-Mail-Adresse oder ganzen Domain blockieren. Verfügt
Ihr E-Mail-Programm dennoch über keine Filtermöglichkeiten,
gibt es zahlreiche Hilfsprogramme, die die eigene Mailbox überprüfen
können und unerwünschte E-Mails löschen, noch bevor
man die Mailbox zum Lesen öffnet. "AntiSpamWare“,
"SpamEater Pro“, "SpamFlush“, "SpamKiller“,
"Super-SpamKiller Pro“ oder "SPAMfighter“
sind nur einige der zahlreichen Werkzeuge, die mittlerweile für
alle Betriebssysteme erhältlich sind. Wer einen der kostenlosen
E-Mail-Dienste wie etwa GMX oder WEB.de nutzt, kann die dort vorhandenen
Spam-Filter aktivieren.

Den eigenen PC sicher konfigurieren

Halten Sie das Betriebssystem Ihres Computers durch neueste Updates
und Sicherheitspatches ständig aktuell. Das schließt
Sicherheitslücken. Über neuste Updates kann man sich per
Einstellung automatisch benachrichtigen lassen. Jeder Rechner sollte
über ein Virenschutzprogramm verfügen, das in kurzen Abständen
aktualisiert werden muss. Außerdem ist der Einsatz einer Firewall
sinnvoll. Diese Anwendung überprüft alle Daten, die der
User aus dem Netz lädt sowie die Daten, die von dem Computer
ins Netz geschickt werden.

Nicht auf Werbe-E-Mails antworten oder deren Dateianhang
öffnen

Spammer setzen häufig falsche Betreffzeilen wie "Re:
Ihre Anmeldung" oder "Klassentreffen" und gefälschte
Absenderadressen (.z.B. ebay.de oder Bundeskriminalamt) ein. Sie
geben sich als Freunde, Arbeitskollegen oder seriöse Unternehmen
aus, um einen persönlichen Bezug herzustellen und Sie dazu
zu veranlassen, die Mail zu öffnen. Anwender sollten daher
vor dem Öffnen Betreffzeile und Absender einer Mail kontrollieren.
Dazu muss die Vorschau-Funktion des E-Mail-Programms deaktiviert
sein, da sonst alle eingehenden Mails automatisch geöffnet
werden. Offenbaren Sie in Ihrer Adresse möglichst nicht Ihren
vollen Namen, sonst können Spam-Programme Sie in Werbe-Mails
persönlich ansprechen. Es empfehlen sich eher Muster wie smeier@provider.de.

Bestellen Sie nie etwas über unerwünschte E-Mails. Sie
könnten nicht nur betrügerischen Verkaufsmethoden zum
Opfer fallen, sondern verbreiten Ihre Adresse auch innerhalb der
Spammer-Community.

Öffnen Sie keine unbekannten Dateianhänge (tragen häufig
die Endungen .exe, .com, .pif oder .scr und enthalten oft Viren
oder Trojaner) und beantworten Sie keine E-Mails dubioser Absender.
Oft enthalten diese am Anfang oder Ende Anmerkungen wie: "Klicken
Sie hier, wenn Sie keine weiteren Mails mehr von uns erhalten möchten"
oder "Antworten Sie mit dem Betreff ‘Remove’, um von der Verteilerliste
gelöscht zu werden". Das sollten Sie tunlichst vermeiden,
denn das zeigt dem Absender, dass dieses Postfach aktiv ist, was
Ihre Adresse für den Weiterverkauf wertvoller macht und in
Zukunft noch mehr Reklame nach sich ziehen kann. Ausnahmen sind
natürlich von Ihnen bestellte Newsletter, die Sie durch eine
Antwort abbestellen können. E-Mails mit unbekanntem Absender
im Zweifelsfall lieber löschen.

Grundsätzlich darf nur derjenige mittels E-Mail-Werbung angeschrieben
werden, der seine Einwilligung hierzu erteilt hat (Die Beweislast,
das es eine Einwilligung gibt, liegt beim Absender) oder bereits
eine laufende Geschäftsbeziehung zu dem Versender unterhält
(z.B. durch Online-Shopping). Ist das nicht der Fall, ist die Mail
unverlangt und verletzt das Persönlichkeitsrecht von Privatpersonen
bzw. ist bei Unternehmen unzumutbar im Sinne des Gesetzes gegen
den unlauteren Wettbewerb. Immer unzulässig ist der Versand
von E-Mail-Werbung jedoch, wenn die Identität des Absenders
verheimlicht wird oder keine gültige Adresse existiert, unter
der sich der Empfänger abmelden kann.

Robinsonliste

Es gibt Listen für Postanschriften und auch für E-Mail-Werbung,
in die man sich eintragen kann, wenn man keine unverlangte Werbung
wünscht. Eine davon ist die Robinsonliste
des Interessenverband Deutsches Internet e.V. Registrierte Unternehmen
haben Zugriff auf die Liste und können die eingetragenen Adressen
aus ihrer Datenbank löschen.

Wo kann ich mich beschweren?

Um gegen die Übeltäter gerichtlich klagen zu können,
ist eine ladungsfähige Adresse notwendig. Die Absender von
Spam-Mails ausfindig zu machen, ist jedoch in vielen Fällen
schwierig, da diese meist vom Ausland aus agieren. In jedem Fall
können sich Anwender beschweren und damit helfen, die Spam-Flut
einzudämmen:

Seit dem 1. Januar 2007 nimmt die Internet-Beschwerdestelle des
Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco e.V. Spam-Beschwerden
an. Infos dazu unter www.internet-beschwerdestelle.de.

Für Rechtsberatungen zum Thema Spam stehen seitdem die Verbraucherzentralen
zur Verfügung.

Beschwerden können per E-Mail auch unter Beifügung der
vollständigen Spam-E-Mail und dem Original-Mail-Header eingereicht
werden unter der Adresse:
spam@internet-beschwerdestelle.de
Wie man den Header einer E-Mail mit seinem eigenen E-Mail-Programm
anzeigen lassen kann, wird hier
beschrieben.

Zu den Partnern des eco-Verbandes gehören in Sachen Spam-Verfolgung
unter anderem:

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV).
Dieser ist zuständig für Beschwerden von Privatpersonen
und erreichbar unter
beschwerdestelle@vzbv.de.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (WBZ).

Diese ist Ansprechpartner für geschädigte Unternehmen
und erreichbar unter
mail@wettbewerbszentrale.de.

Beschwerden an diese Stellen senden Sie ebenfalls unter Beifügung
der vollständigen Spam-E-Mail und dem original Mail-Header.

Spam-E-Mails, die Mehrwertdiensterufnummern enthalten (z.B. (0)900er
Nummern) bzw. dem Empfänger teure Dialer-Programme "vermitteln“,
können als Beschwerden an die Bundesnetzagentur (BNetzA) [www.bundesnetzagentur.de]
weitergeleitet werden.

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