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Besetzung der Enquete-Kommission steht

Die Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke haben an diesem Montag, 2. März 2010, ihre Vertreter für die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" benannt. Zusätzlich zu den 17 Abgeordneten werden eben so viele Sachverständige dem Ausschuss angehören. Wer das sein wird, konnten die Fraktionen noch nicht sagen.

Axel E. FischerLeiten wird die Kommission Axel Fischer von der CDU. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung gab er an, dass die Enquete-Kommission ein Zeichen dafür sei, "dass der Bundestag die Anliegen der Internetnutzer ernst nimmt". Das Ziel der Kommission sieht er darin, dem Gesetzgeber Handlungsempfehlungen zu geben und möglichst auch auf internationaler Ebene zu Vereinbarungen zu kommen. Er selber gibt aber auch an, nicht die Zeit zu haben, sich "stundenlang im Internet aufzuhalten". Die CDU/CSU-Fraktion entsendet weiterhin die Abgeordeten Thomas Jarzombek, Dr. Peter Tauber, Ansgar Heveling, Dr. Reinhard Brandl sowie Jens Koeppen als Obmann.

Die Fraktion der FDP wird mit Manuel Höferlin, Sebastian Blumenthal und Jimmy Schulz in der Kommission vertreten sein. Als Stellvertreter fungieren Stephan Thomae, Florian Bernschneider und Sylvia Canel. Alle sechs Vertreter sind auch Mitglieder der FDP-Fraktionsarbeitsgruppe "IT und Informationsgesellschaft".

Für die SPD werden Martin Dörmann, der auch im Unterausschuss für neue Medien sitzt, Johannes Kahrs, Lars Klingbeil und Aydan Özoguz an der Enquete-Kommission teilnehmen.

"Partizipation ist wichtig"

Konstantin von NotzBündnis 90/Die Grünen werden vertreten von Konstantin von Notz und Tabea Rößner. Von Notz sagte gegenüber politik-digital.de, er hoffe, dass die Politik die Chancen der Enquete-Kommission nutze und Netzpolitik in Zukunft möglichst offen und transparent diskutiert werde. Besonders wichtig sei ihm die aktive Einbindung von Bürgern und öffentlichen Verbänden durch E-Partizipationsmöglichkeiten. Insgesamt hoffe er auf eine "progressive, politische Atmosphäre der offenen Diskussion." Die Fraktion der Linken wird von Herbert Behrens und Halina Wawzyniak vertreten.

Konstituierung in drei Wochen?

Die Enquete-Kommission wird an diesem Donnerstag vom Deutschen Bundestag eingesetzt und soll sich nach Informationen von politik-digital.de frühestens in der 12. Kalenderwoche (ab dem 22.3.2010) zur konstituierenden Sitzung treffen.

EOT
10 Kommentare
Gast, am 04.03.2010 um 00:32 Uhr Antworten
Sind nicht Constanze Kurz
Sind nicht Constanze Kurz (CCC) und Annette Mühlberg (verdi) Sachverständige für die Linke? Gruss Tauss
nschroeter, am 04.03.2010 um 12:56 Uhr Antworten
Vielen Dank für ihren
Vielen Dank für ihren Kommentar, Herr Tauss! Ich habe gerade mal nachgehakt: Frau Kurz und Frau Mühlberg stehen tatsächlich als Sachverständige für die Linke fest. Da die Linke an den Beratungen zur Enquete-Kommission nicht teilnehmen wird, hat sie außerdem heute einen Änderungsantrag eingereicht, in dem sie dafür plädieren, den Enquete-Antrag hinsichtlich des Punktes "Veränderungen der Arbeitswelt" zu ergänzen.
Sebastian Koch, am 04.03.2010 um 13:51 Uhr Antworten
Um das nochmal
Um das nochmal klarzustellen. Die Linke wird selbstverständlich mit zwei Bundestagsabgeordneten an der Enquete-Kommission teilnehmen. Dies lässt sich auch gar nicht verhindern, da sie als Fraktion im Deutschen Bundestag beteiligt werden muss. Richtig ist vielmehr, dass CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne den ursprünglich von der CDU/CSU vorbereiteten Antrag zur Einsetzung der Kommission nun gemeinsam und unter vorsätzlichem Ausschließen der Linksfraktion einreichen werden. Die Linksfraktion hat zur Enquete-Kommission vor einigen Tagen einen Änderungsantrag eingereicht um zusätzlich auch Themen rund um die Veränderung der Arbeitswelt und digitale Aspekte von Arbeit in der Enquete zu behandeln. Die Linke steht der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" offen gegenüber und wird sich konstruktiv in die Arbeit einbringen. Mit ihren beiden Sachverständigen (siehe oben) wird Kompetenz und Expertise gerade aus Nutzer- und Betroffenensicht mit in die Arbeit eingebracht. Schließlich ist zu erwarten, dass aus Reihen der Koalition hauptsächlich Lobbyisten und Konzernvertreter entsendet werden.
nschroeter, am 04.03.2010 um 14:13 Uhr Antworten
Danke auch für Ihre
Danke auch für Ihre Ergänzung, Herr Koch! Ihre Beteiligung an der Enquete-Kommission durch Herrn Behrens und Frau Wawzyniak wird ja bereits im Artikel erwähnt. Es ging also in meinem Kommentar auch lediglich um das Einreichen des Antrags vor dem Bundestag. Danke, dass sie dies aber erneut deutlich gemacht haben.
Gast, am 04.03.2010 um 14:29 Uhr Antworten
hallo, noch eine info zu den
hallo, noch eine info zu den sonstigen sachverständigen? sind denn die beckedahls, schaars und lobos dieser welt mit von der partie? gruss, martin
sgievert, am 04.03.2010 um 15:59 Uhr Antworten
Die Sachverständigen stehen
Die Sachverständigen stehen bis auf die oben genannten Ausnahmen der Linksfraktion noch nicht fest, die Entscheidung liegt bei den Fraktionen. Die wollen sich aber untereinander abstimmen, damit nicht ein "grüner und ein schwarzer Internetsicherheitsexperte" parallel in der Enquete sitzen. Ziel ist, dass die Sachverständigen in ihren inhaltlichen Schwerpunkten breit gefächert sind. Auf jeden Fall werden Vertreter der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft in der Kommission sein. Und laut Olaf Scholz (SPD-Fraktionsvize) komme es auf Sachverstand an, man wolle keinen "Lobbyismus über die Hintertür des Sachverständigen".
Trackback von Wir sprechen Online. am 04.03.2010 um 16:01 Uhr
Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft
2010: Bundestag setzt Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft ein; http://j.mp/DigitaleGesellschaft...
Ariane Violett, am 04.03.2010 um 18:57 Uhr Antworten
"Schließlich ist zu
"Schließlich ist zu erwarten, dass aus Reihen der Koalition hauptsächlich Lobbyisten und Konzernvertreter entsendet werden." Das ist wirklich von einigen Seiten zu befürchten. Ich hoffe alle Beteiligten/Berater u.Ä. werden transparent genannt um dies auch von der Seite des Bürgers aus überprüfen zu können. Hoffen wir, dass diese Kommission den richtigen Weg einschlagen wird und nicht etwa nur wirtschaftliche Interessen in Betracht zieht (das Thema 'Internet' ist in Deutschland immer noch im Wirtschaftministerium angesiedelt, und in diesem Zusammengang immer nur Zahlen von Branchenverbänden wie BITKOM zu beachten führt oft nicht sehr weit), oder das Web als Ort zahlreicher Vergehen sieht und damit vorrangig Vorschläge für erweiterte Ermittlungsmaßnahmen als Output vorlegt (CDU, I'm looking at you). Das Thema Internet ist ein gesamtgesellschaftliches Thema und Medium und sollte auch entsprechend vielseitig angepackt werden. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber, Arbeitssuchende und Studenten, Schüler und Kinder und einfach nur Tante Erna, die eine neue Wolldecke für ihre Katze sucht, benutzen es. Es wegen einer Gruppe für andere einzuschränken wäre falsch. Das Internet sind nicht nur Jugendliche, die unvorsichtig Dinge ins Internet stellen, sondern alle Bürger samt ihres Lebensraums und ihrem Wunsch nach Information, Bildung, Entertainment etc.
Internet-Nerd, am 08.03.2010 um 16:47 Uhr Antworten
Wird der Vorsitz bestimmt
Wird der Vorsitz bestimmt oder gewählt?
sgievert, am 08.03.2010 um 17:49 Uhr Antworten
Hallo Internet-Nerd, danke
Hallo Internet-Nerd, danke für die Frage. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber soweit ich weiß, hängt der Vorsitz eines Ausschusses oder einer Kommission mit der Fraktionsstärke und der jeweiligen Verteilung der Mandate auf die Fraktionen zusammen. Darüber hinaus geht der Vorsitz im Haushaltausschuss z.B. traditionell an die Opposition. Das Plenum oder die Ausschüsse / Kommissionen stimmen nicht über den oder die Vorsitzenden ab, das machen die Fraktionen.
Marc Nemitz, am 18.07.2010 um 11:19 Uhr Antworten
Hallo, die
Hallo, die Enquete-Kommission steht und arbeitet mittlerweile. Sie hat sich in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Den eigenen Internetauftritt der Enquete-Kommission findet man hier: http://www.bundestag.de/internetenquete/ und weitere Infos findet man hier: http://www.enquete-kommission.de/enquete-internet-digitale-gesellschaft.... Gruß Marc

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Nina Schröter

Nina Schröter studiert Sozialwissenschaften im beschaulichen Vechta. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie über das Thema "Internet und politische Partizipation".

Das lang gehegte Interesse für dieses Thema führte sie auch ...

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