Digitale Presseschau 13/2012

Über ein französisches Dorf, das neidisch auf das Breitbandnetz in Deutschland schielt, über siegreiche Piraten, das erfolgreiche Wikipedia-Konzept, ein missglücktes Interview mit Norbert Lammert und die Wut der Tatort-Autoren – dies und mehr in der digitalen Presseschau.


Video der Woche

Im elsässischen Dorf Chamlampé ist die Stimmung gespalten: Rund die Hälfte des Dorfes will deutsch werden. Grund ist die schlechte Internetverbindung an der deutsch-französischen Grenze. Einige Bewohner überqueren deshalb den Rhein, um in deutschen Internetcafés zu surfen und Jugendliche zapfen illegal deutsche Internetverbindungen an… – das behauptet dieses virale Video der Woche.

Der Unwahrscheinlichkeitsdrive der Piraten

Der Erfolgskurs der Piraten setzt sich im Saarland fort. Doch wird er die Partei auch in andere Länderparlamente führen? Christoph Bieber versucht in seinem Blogeintrag auf  „Internet und Politik“ der Hysterie um die Piraten entgegenzuwirken, indem er einen sachlichen Überblick darüber gibt, wie sich die Piraten in den unterschiedlichen Bundesländern organisieren.

Naives Schmalspur-Programm analoger Biederkeit

Ulf Poschardt auf Welt Online lässt im Gegenzug kein gutes Haar an den Piraten. Er sieht nicht mehr als eine Protestpartei in ihnen und wirft den „Dilettanten“ u.a. Parlamentsverachtung, Schmalspur-Programm und Naivität vor. Die Piraten zu schonen, sei auf Dauer fatal.

Wir sind Wikipedia

Auf Welt Online stellt Philip Volkmann-Schluck eine Reihe von Köpfen vor, die die Internet-Enzyklopädie Wikipedia mit ihrem Wissen befüttern. Die enorme Bandbreite des Online-Lexikons werde erst dann nachvollziehbar, wenn man die Autoren erzählen lasse, wie sie auf die Ideen zu ihren Beiträgen kommen.

Neue politische Macht

Im Tagesspiegel beschreibt Jost Müller-Neuhof neue Mächte, die das Internet zu Tage fördert. Die  Menschen seien verunsichert, weil Hackerbanden, virale Videos und die Kultur des Teilens die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lassen.

Das Missverständnis des Norbert Lammert: Der Mensch ist dem Menschen ein Nachrichtenfilter

Auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache analysiert Thomas Knüwer die Antworten Norbert Lammerts aus einem Interview mit dem Spiegel und kommt zu dem Ergebnis, dass Bundestagspräsident Lammert sich mit seiner Position zum Internet meilenweit von der Wirklichkeit der Wähler entfernt habe.

Offener Brief von 51 Tatort-Autoren

Gestern haben sich 51 Autoren der ARD-Krimireihe „Tatort“ auf der Seite des Verbands Deutscher Drehbuchautoren für ein Leistungsschutzrecht ausgesprochen und protestieren in einem offenen Brief gegen die Umsonstkultur im Netz und das Bild der “bösen Verwerter”.

Die Antwort des Chaos Computer Clubs auf den Brief der „prädigitalen Ignoranten mit Rechteverwertungsfetisch“ ist hier zu finden: http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren

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