“Unsere breite Mischung ist unser Erfolgsrezept.”


Die Stern-Chefredakteure, Thomas Osterkorn und Andreas Petzold, im Chat mit politik-digital und stern.de am 19. Dezember 2000

Im Sinne dieses Credos diskutierte das Erfolgsgespann des Wochenmagazins Stern,
der Österreicher Thomas Osterkorn und der Ex-Hörzu-Chef Andreas
Petzold, mit der Chatgemeinde eine weite Bandbreite von Themen: Inhalte
und Aufmachung des Magazins, deren Zukunft angesichts des Internet und
Prinzipien der journalistischen Arbeit. Auch beim Chatten verstanden
sich die beiden blind und die
Antworten gingen Hand in Hand.

Der Stern sei aus dem "Wettbewerb mit den wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazinen Spiegel und Focus" als Spitzenreiter
hervorgegangen, so Petzold. Um auch weiterhin die Nr. 1 zu bleiben und diese Position "vielleicht sogar noch auszubauen", so Osterkorn,
würde auch in Zukunft am Erfolgsrezept festgehalten: "aus allen Bereichen das Beste, verständlich geschrieben, mit super Fotos."

"Wir wollen keine Macht ausüben, wohl aber Einfluss nehmen", so kommentierte Osterkorn eine Frage nach der gesellschaftlichen Rolle der
Medien im "Fall Sebnitz". Sie gingen auch darauf ein, wie weit Sie bei der Einflussnahme gehen würden:
Um einen "Skandal aufzudecken" würde man durchaus ein ein "branchenübliches Honorar" zahlen, um "der Demokratie mit
dieser Enthüllung einen Dienst zu erweisen."
Vielleicht kommt die Republik ja so an die Namen der anonymen Spender von Kohl.

Der Stern sei ein "Blatt für alle, die an öffentlichen Vorgängen interessiert sind, die fortschrittlich und reformorientiert
denken und gerne über den Tellerrand gucken."
Und das für ganz Deutschland: Beide wehrten sich gegen den Vorwurf, der Stern trage
eine "West-Brille". Im Neuen Jahr soll es deshalb auch darum gehen, den Verkauf des Stern im Osten der Republik zu steigern.

Zur Zukunft des Stern im digitalen Zeitalter meinten die beiden, dass "die Magazine ihre jeweilige Kernkompetenz nicht nur im
Internet sondern auch auf allen anderen, künftig denkbaren Wegen ausspielen"
müssen. Die Printversion sei auf absehbare Zeit nicht ersetzbar, aber das
"Internet eine gute Ergänzung". Da kann es ja nicht schaden, dass Andreas Petzold auf diesem Gebiet Erfahrung vorzuweisen hat:
"Ja, ich habe mich hin und wieder in Chaträumen herumgetrieben, um herauszufinden, was im Netz Thema ist!"

Das ausführliche Transkript finden sie hier.

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