“Broccoli wirkt krebshemmend, Ketchup nicht”


Renate Frank im Chat am 5. März 2001

"Man sollte zweimal pro Woche Fleisch, zweimal pro Woche Fisch und zweimal pro Woche eine Eispeise essen…"
– in Zeiten von Maul- und Klauenseuche, BSE und Salmonellen eine
gewagte These. Aber Ernährungsberaterin Renate Frank muß es schließlich
wissen: Am 5. März war sie zu Gast im Chat von stern.de de und
politik-digital.

Die meisten Fragen drehten sich um die Risiken beim Fleischverzehr. "Was können wir überhaupt noch essen"?
Die Ökotrophologin gab Entwarnung: Maul- und Klauenseuche sei durch
Fleischverzehr nicht auf den Menschen übertragbar. Schwerwiegender für
die Ernährung sei daher nach wie vor BSE. Mit Rindfleisch und daraus
hergestellten Wurstwaren sollte man mit Sicherheit zurückhaltend sein,
die Ansteckungsgefahr durch Milchprodukte oder durch die in
Gummibärchen enthaltene Gelatine hingegen sei sehr gering. Von Geflügel
ginge momentan keine Gefahr aus, dies müsse aber wegen der
Salmonellengefahr durchgegart werden. Auch Fisch sei nach wie vor
ungefährlich. Zuchtfische würden zwar auch mit Fischmehl gefüttert, der
BSE-Erreger könne ihnen aber nichts anhaben, da sie Kaltblüter seien
und einen ganz anderen Stoffwechsel als Warmblüter hätten.
Pferdefleisch sei gesund weil die Tiere nicht gemästet werden und auch
"neue Alternativen" wie Känguruh- oder Straussfleisch seien bedenkenlos
zu verzehren.

Viele User wollten wissen, wie
gesunde Ernährung helfen könne, bestimmten Krankheiten vorzubeugen.
Hier hielt die Ernährungsberaterin wertvolle Tipps parat: Meerestiere
und Pilze seien gut gegen Jodmangel, Broccoli und Tomaten helfen gegen
Krebs, Karotten schützten durch ihre hohen Anteil an Beta-Carotin gegen
Nachtblindheit. Kopfschmerzen könnten durch Studentenfutter und Obst
mit Honig gelindert werden. Noch besser als Cola und Salzstangen wirken
bei Durchfall schwarzer Tee mit einem Teelöffel Honig und einem Schuß
Orangensaft, Knoblauch hemme Entzündungen und senke den Blutdruck.
Die Ökotrophologin klärte auch über die Risiken einiger Nahrungsmittel
auf. Hinter dem "Chinarestaurant-Syndrom"
etwa verberge sich eine Überempfindlichkeit gegen den
Geschmacksverstärker Glutamat, die zu Kopf-und Muskelschmerzen sowie
sofortigem Erbrechen führen könne. Lakritze könne unter Umständen zu
Herzrhythmusstörungen führen. Trockenobst werde mit giftigem Schwefel
haltbar gemacht, der unbedingt abgewaschen werden sollte.

Dennoch, von den meisten
Lebensmitteln sei nicht wirklich abzuraten. Sogar einem Fastfood-Burger
konnte Renate Frank mit einem Augenzwinkern etwas Gesundes abgewinnen: "Wenn
das Brot Vollkornbrot ist, liefert es Ballaststoffe, wenn Salat und
Tomaten zwischen den Brötchenhälften liegen, liefern sie Vitamine…"


 

Das ausführliche Transkript finden sie hier.

 


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