Mit Bodewig “zum Zuge” kommen



Kurt Bodewig im Chat am 02. Mai 2001


Trotz der guten Bahnanbindung und
der Dienstfahrräder seines Ministeriums, kam der Verkehrsminister mit
dem Auto zum Chat von politik-digital.de und stern.de. Diskutiert wurde
über Themen wie die
Bahnreform, den Transrapid und den drohenden Verkehrsinfarkt.

Bodewig kritisierte, dass die Bahnreform 1994 "auf halber Strecke stehen geblieben" sei. Nach sorgfältiger Prüfung über das "ob" der Unabhängigkeit des Netzes, müsse über die "systematische Schrittfolge" auf dem Weg dorthin entschieden werden. Dass Mitbewerber der Bahn durchaus "zum Zuge kommen können"
haben Beispiele im Nahverkehr gezeigt. Eine Privatisierung um jeden
Preis, wie in England, sei aber nicht das Ziel. Die Refinanzierung der
Infrastruktur, zu der auch die Einführung einer LKW-Maut ab 2003
gehört, werde momentan mit "Volldampf" geprüft, sei aber im Zeitplan.
Die Einführung einer europaweiten Steuer auf Flugbenzin ist für den
Verkehrsminister ein Weg, um die Attraktivität der Bahn nicht nur für
den Gütertransport zu erhöhen. Bodewig selbst "möchte mehr innerdeutsche Flugverbindungen mit schnellen Schienenverbindungen ersetzen".

Fern von Straße und Schiene chattete Bodewig auch über das "gewöhnungsbedürftige" neue Kanzleramt, es sei "beruhigend, dass wenigstens die Reichstagskuppel 4 m höher ist".
Zum Umzug von Bonn nach Berlin erklärte er, dass sein Ministerium
(neben den Dienstfahrrädern) Videokonferenzen einsetzen würde, um die
Anzahl der Reisen zwischen alter und neuer Hauptstadt zu verringern.

Zum Transrapid wurde der Minister
kritisch befragt. Der Transrapid habe Zukunft, auch wenn sich die
bisher geplanten Strecken in Deutschland als nicht so zukunftsträchtig
erwiesen haben. Deshalb betonte er die Notwendigkeit mit "Machbarkeitsstudien die konkrete Anwendung"
zu prüfen und so eine mögliche deutsche Transrapidstrecke zu finden.
Immerhin: der Auftrag aus Schanghai habe für weltweites Interesse
gesorgt.

Für die Zukunft ist es Bodewig
wichtig, den durch die Osterweiterung der EU weiter wachsenden Verkehr
zu bewältigen. Neben Straßen, Schienen und Wasserwegen sei "das Fahrrad ein völlig unterschätztes Verkehrsmittel". Die Vision von der Bahn als "Kundenbahn mit attraktiven Angeboten" teilt der Verkehrsminister wohl mit den Chatteilnehmern.


 

Das ausführliche Transkript finden sie hier.

 


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