In ferner Zukunft vielleicht auch schwarz-grün?


Kerstin Müller am 17. Januar 2000

Ob Kerstin Müller,
Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Grüne, auch gerne
Landwirtschaftsministerin geworden wäre? Zumindest blieb sie in dieser
Frage diplomatisch:
" Ich werde in meinem Amt als Fraktionsvorsitzende gebraucht" erklärte sie im Chat von politik-digital und stern.de und verwies darauf, dass Renate Künast "eine hervorragende
Verbraucherschutzministerin werden"
wird. Trotzdem sei es nach wie vor zu bedauern, dass Andrea Fischer ihren Hut nehmen mußte: "es ist schon absurd, dass ausgerechnet eine Grüne
die Verantwortung für die jahrzehntelange verfehlte Landwirtschaftspolitik übernimmt"
. In jedem Fall werde sich in diesem Ministerium
einiges ändern. Verbraucherinteressen statt Agrar-Lobby sei nun das Motto, so die Grünen-Politikerin.

Das Thema BSE
stand auf der Chat-Liste verständlicherweise ganz oben, aber auch zu
Joschka Fischer und seiner militanten Vergangenheit wurde Kerstin
Müller befragt.
"Man sollte ihn heute an seiner Arbeit als Außenminister messen und die ist sehr gut" zog sie ihren Schluss aus einer Debatte, die sie selber
als "absurd" bezeichnete. Trotzdem freut sich Kerstin Müller darauf, Joschkas Leben verfilmt im Kino zu sehen, denn von dem Gerücht, dass
Hollywood Interesse an der Fischerschen Biographie angemeldet hat, habe sie auch schon gehört.
Um allen Gerüchten vorzubeugen: Kerstin Müller ist selber nicht militant gewesen, allerdings war sie bei Sitzblockaden dabei "und
würde das für bestimmte Anliegen auch immer wieder tun"
.

Für die Zukunft der Grünen will die Fraktionsvorsitzende sich nicht festlegen:"im Prinzip würde ich für eine ferne Zukunft auch schwarz/grüne Koaltionen nicht
ausschließen"
. Wichtig war ihr allerdings, dass die Grünen nicht als reine "Mehrheitsbeschaffer" fungieren, sondern "ganz klar der Motor für Reformen" sind.

Das ausführliche Transkript finden sie hier.

 


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