“Ich schäme mich nicht, ein Deutscher zu sein…”


Laurenz Meyer im Chat am 19. März 2001

Laurenz Meyer, Generalsekretär
der CDU, hatte im Chat von Stern.de und politik-digital alle Hände voll
zu tun, seinen Standpunkt zur jüngsten Patriotismus-Diskussion zu
erklären.:"Ich schäme mich nicht, ein Deutscher zu sein", lautete seine Quintessenz.

Das Gefühl, stolz auf Deutschland zu sein, sei ein Gefühl der Mitte und es sei "verhängnisvoll",
dies den Rechten zu überlassen. Beispielhaft könne man hier für
Deutschland besondere Leistungen im Bereich Kultur, Sport, Wissenschaft
oder Politik nennen.

Auch die aktuelle Debatte um die "Skinhead-Äußerung"
Jürgen Trittins kam auf den Bildschirm.
Bundesumweltminister Trittin disqulifiziere sich selbst, wenn er Meyer
als moralischen Skinhead bezeichne, schätzte der CDU-Politiker . Für
ihn sei die Sache mit der Entschuldigung Trittins zwar erledigt, für
die CDU aber nicht, "weil
Herr Trittin den Rechtsradikalismus als Kampfmittel gegen demokratische
Parteien verwendet und damit den Rechtsradikalismus auch verharmlost"
.
Die Deutschen sollten ein entspanntes Verhältnis zum eigenen Vaterland
entwickeln, ohne die dunklen Seiten der eigenen Geschichte
auszuklammern. "Aber ich glaube, wer wie Herr Trittin, die dritte
Strophe des Deutschlandes nicht mitsingen will, oder stolz darauf ist,
dass er sie noch nie gesungen hat, hat in der Bundesregierung nichts zu
suchen"
.

In diesem Zusammenhang konkretisierte der "General" den Chattern gegenüber seine Vorstellungen zur Einwanderungspolitik: "Wir
müssen darauf achten, dass für einen Teil der Zuwanderer in Zukunft wie
in anderen Ländern auch gilt, dass wir diejenigen bevorzugt einwandern
lassen, die einen besonderen Beitrag für unsere Wirtschaft oder Kultur
leisten können"
. Ohnehin sei er davon überzeugt, dass sich ein
Großteil der Notwendigkeiten, die bei der Zuwanderung diskutiert
würden, durch Weiterbildung der deutschen Arbeitslosen und Arbeitnehmer
erledigen ließen.

Für die guten Ergebnisse der CDU bei den Kommunalwahlen in Hessen hatte Meyer gleich drei Erklärungen parat: "Weil
sie erstens gute Kommunalpolitik gemacht hat, zweitens die neue
CDU-Regierung z.b. in der Schulpolitik gute Leistungen vorzuzeigen hat
und drittens die Bundesregierung auch die rote Karte für ihre
Rentenpolitik und die Ökosteuer bekommen hat".

Natürlich fragte die Chatgemeinde auch nach Meyers Internet-Gepflogenheiten: "Ich
nutze das Internet privat, einen Onlinekauf habe ich noch nicht
getätigt. Allerdings habe ich schon Urlaubsreisen per Internet
organisiert und schon Hotels und Flüge gebucht".
Bei seinem vollen Terminkalender stünde das Privatleben allerdings meist zurück: "Ich
sehe leider meine Kinder viel zu selten, und für Sport habe ich zur
Zeit überhaupt keine Zeit. Das finde ich sehr bedauerlich".


 



 


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