Chat mit Guido Knopp


Wenige Minuten vor der Ausstrahlung der Sendung "Willy Brandt – Der Visionär" nimmt
der Vater der ZDF-Serie "Die Kanzler" in diesem BOL-Chat Stellung zu seinem
gleichnamigen Buch. (27. April 1999)

Philipp:
Herr Knopp, welcher von den sechsen ist Ihr Lieblingskanzler?
GuidoKnopp:
Eindeutig Helmut Kohl, denn der hat die Geschichte am Überraschendsten verändert!
adenauer:
Wird Schröder in der Kanzlergalerie auch einmal ganz vorne stehen oder ist er nur ein Übergangskanzler?
GuidoKnopp:
Schröder muß noch ein bißchen üben und ein paar harte Wochen zusätzlich
verdauen, bis er die nötige Abhärtung für die Historie erfahren darf!
nicola99:
Werden unsere politiker, gutes Beispiel unser aktuelle Kanzler nicht
immer medien-charismatischer und benutzen dhnlich wie Clinton die
Medien wie TV, Internet um Mehrheitsfaehige Themen und nicht ihre
politik zu machen_
GuidoKnopp:
Völlig richtig, Nicola. Der Wähler muß nur wissen, wo hinter all dem
Mediendunst der harte Kern der Politik steckt. Das braucht etwas Übung
für uns alle!
Moderator:
dh qwir aollten
Moderator:
dh wir sollten ihre Buecher kaufen? smile
GuidoKnopp:
Das ist nie verkehrt!
WolfgangClement:
Wann kommen Sie mit einer Reihe |ber die gescheiterten
SPD-Spitzenkrdfte a la "Die Versager- die SPD und ihre Kandidaten"
(Lafontaine, Engholm etc.)
GuidoKnopp:
Aber ich empfehle auch die Fernsehsendungen!
Moderator:
oh, ich vergaß. Sorry – dabei bin ich doch Stammseher…
GuidoKnopp:
Das überlasse ich wohl besser den Dritten Programmen der ARD.
Moderator:
also wird es da kein Buch von Ihnen geben?
GuidoKnopp:
Nein
Ben_B:
Überhaupt: was unterscheidet das Buch von der ZDF-Serie?
Ben_B:
Einfach mehr Fakten und Dokumente? Oder eine ganz andere Perspektive zum Thema?
GuidoKnopp:
Fernsehen macht Geschichte sinnlich erfahrbar. Es zeigt die Atmosphäre
einer Zeit. Das Buch zum Film kann das Gesehene vertiefen, ergänzen,
erweitern. Beides zusammen genommen ist die beste Information.
adenauer:
Mit Ihren Dokumentationen habe Sie bewiessen, wie sich trockene
Geschichte plastisch und massenattraktiv via TV erzählen läßt. Kann so
etwas auch im Internet funktionieren?
GuidoKnopp:
Das wäre mein Traum. Ich hoffe auf interaktive Chatrooms, in denen wir
in Zukunft vor einem Massenpublikum historische Themen im
demokratischen Diskurs behandeln können.
Ben_B:
Wie erklären Sie sich denn diese Kohl-Euphorie, wo doch während seiner
Amtszeit über Jahre keiner mehr mit dieser Regierung zufrieden war?
GuidoKnopp:
Der Mensch vergißt sehr schnell. In der Erinnerung an Helmut Kohl
bleibt heute vor allem das Jahr der Einheit – als Bilanz seiner
Regierungszeit. In den entscheidenden zwölf Monaten hat Kohl zumindest
außenpolitisch alles richtig gemacht.
adenauer:
Kann Schäuble 2002 nächster Kanzler werden?
GuidoKnopp:
Ich glaube nicht. Eher wählt die Union Stoiber als Kandidaten.
WolfgangClement:
Wird es denn die CDU beim der naechsten Wahl schaffen die rot-gruene
Mehrheit zu verdreangen? Wie wahrscheinlich sind vorgezogenen Neuwahlen?
GuidoKnopp:
Eher brechen die Grünen aus, Schröder holt die FDP an Bord, und wenn
die Arbeitslosenzahl dann auch noch unter drei Millionen sinken sollte,
wird es eng für die Union.
adenauer:
Wer ist für Sie der glaubwürdigste (lebende bzw. bereits tote) Politiker?
GuidoKnopp:
Ludwig Erhard war glaubwürdig. Er glaubte an das Gute im Menschen, und deshalb war er der Politik nicht gewachsen.
Ben_B:
Haben Sie Gerhard Schröder schon mal im Kanzleramt besucht? Wissen Sie, was er in der täglichen Arbeit anders macht als Kohl?
Moderator:
noch da..?
GuidoKnopp:
Ich kenne persönlich Brandt, Schmidt und Kohl – Schröder noch nicht. Es
wird ihm gut tun, wenn er abends nicht mehr nach Hannover fliegen muß,
sondern Doris bei ihm in Berlin ist. Das schafft den nötigen Background
für mehr Stetigkeit.
schaeuble:
Hätte ein Kanzler Brandt in der heutigen Mediendemokratie angesichts von Frauen- und Spionageaffären überhaupt ein Chance?
GuidoKnopp:
Frauenaffären verzeiht man ja heute bekanntlich mehr als damals. Brandt
ist nicht über die Spionageaffäre Guillaume gestürzt, sondern weil ihm
am Ende die Kraft und die Lust für den Kanzler-Job gefehlt hat. So
gesehen hätte er auch heute eine faire Chance. Die politischen
Bedingungen sind nicht härter als damals.
helmut99:
Werde ich nach Rau 2004 zum Bundespräsidenten gewählt Herr Knopp?
GuidoKnopp:
Was hast Du zu bieten, Helmut99?
UUUUUUUPS:
*lach*
helmut99:
Ich bin immer noch am längsten dabei gewesen :-)
GuidoKnopp:
Helmut99, bist Du überfordert?
Ben_B:
Wieviel Macht hat die Kanzler-Clique? Funktioniert ein Kanzler ohne Bohl oder Hombach überhaupt?
helmut99:
Nein, ich flieg ja bald in den Kosovo, hab ich Bill versprochen!
GuidoKnopp:
Natürlich nicht. Ein Regierungschef ist nur so gut wie seine Mitarbeiter.
mielein:
und wie schätzen sie die chancen von uta ranke-heinemann ein ?
GuidoKnopp:
Die Dame sollte besser nach Mallorca fahren.
helmut99:
Welches Buch enthüllt in Ihren Augen den Politikbetrieb am Trefflichsten Herr Knopp?
Moderator:
(psst.. Spendieren sie Ihr das Ticket?)
mielein:
warum ausgerechnet mallorca ? zusammen mit gysi ?
GuidoKnopp:
Ich nenne Ihnen ein Buch, das ich sehr gut kenne: "Kanzler" – Die
Mächtigen der Politik. Es zeigt die Geschichten hinter der Geschichte
von 50 Jahren Bundesrepublik.
UUUUUUUPS:
gysi fährt eher lieber zu seinen brüdervölkern….
sonja:
Wer schreibt denn Ihre Bücher mit Ihnen?
GuidoKnopp:
Ein Stab von exzellenten Mitarbeitern. Einer sitzt gerade neben mir. Er heißt Jörg Müllner und kommt aus Amberg (Bayern).
Heddergott:
Überschreitet die szenische Darstellung von Geschichte – auch bei
"Kanzler" – nicht die Grenzen traditioneller Historiographie oder
nehmen Sie in Kauf, daß eine neue Art, eine Video-Historiographie
entsteht?
GuidoKnopp:
Um junge Menschen darf man Geschichte nicht nur mit Zeitzeugen und
Archivteilen präsentieren, sondern muß es gelegentlich auch szenisch
tun, wenn die Szenen dokumentarisch exakt belegt sind. Bei unserer
Serie "Kanzler" gibt es im übrigen fast keine Szenen, weil so viel
gutes Doku-Material vorhanden ist. Außerdem ist Fernseh-Historiografie
die Geschichtsform der Zukunft, aber ich sehe sie am liebsten in
Kombination mit dem traditionellen Medium Buch.
Heddergott:
Herr Knopp, Sie verwerten Ihre Serien ja auf CD-ROMS mit eigens
programmierten Redaktinssystemen. Eröffnen sich hier für Historiker wie
für Journalisten neue Tätigkeitsfelder?
GuidoKnopp:
Die CD-Rom ist die ideale Kombination von Film und Buch, nur hat sie
leider noch zu wenige Benutzer. Ein Beispiel: Ein Film zum Thema
"Hitlers Helfer" hat etwa sechs Millionen Zuschauer, eine CD-Rom zum
gleichen Thema eine Auflage von maximal 20 000 Stück.
ula:
Das ist interessant
wickie:
Warum hat das Thema Hitler eine so große Faszination für die Menschen, obwohl er allgemein als Mörder eines ganzen Volkes gilt?
GuidoKnopp:
Es ist die Faszination des Bösen. Die Menschen fragen sich, wie konnte
es geschehen, daß ein ganzes Volk auf einen solchen Psychopathen
hereinfiel.
pab:
Wie schaut es denn mit "Internet-Historiografie" aus?
GuidoKnopp:
Das ist ein Themenfeld des 21. Jahrhunderts, das wir erst erschließen müssen. Ich prophezeie eine große Zukunft.
Ben_B:
Sind Sie selbst online – mit Ihren Projekten? Welche Rolle spielt die Internet-Recherche bei Ihrer Arbeit?
GuidoKnopp:
Wir sind ständig auf unserer ZDF-Homepage präsent. Dort werden alle
unsere Filme wie auch Macher vorgestellt. Mein Team nutzt das Internet
bei Recherche sehr intensiv. So ist es zum Beispiel möglich, online auf
den Katalog der National Archives in Washington zuzugreifen.
pab:
Herr Knopp, was halten Sie von dieser Moeglichkeit, sich im Rahmen eines Chats mit Ihnen unbekannten Menschen zu unterhalten?
GuidoKnopp:
Es ist für mich eine Premiere heute, aber ich empfinde es als originell und anregend.
Larsandl:
Wie steht es bei Ihnen persoenlich mit neuen Medien: Wie wird sich
Ihrer Meinung nach politik verändern? Wird die naechste Wahl ueber das
Internet gewonnen/verloren?
GuidoKnopp:
Je mehr junge Menschen, die mit den neuen Medien aufgewachsen sind, als
Wähler oder Gewählte in der Politik mitbestimmen, desto mehr werden die
neuen Medien selbst zu einem wichtigeren Faktor in der Politik.
gysi:
Herr Knopp, haben Sie denn schon mal ein Buch online bestellt?
GuidoKnopp:
Das kann ich leider noch nicht, weil es mir meine Kollegen noch nicht gezeigt haben. Aber ich bin lernfähig.
Sic:
Genau. Wie recherchieren Sie überhaupt? Woher das ganze Material?
GuidoKnopp:
Für jeden Film arbeitet ein Team von drei bis vier Autoren,
Dokumentaristen und Researchern, die wie die Wühlmäuse nach
Interessantem und – wenn möglich – Neuem suchen. Wir suchen in Archiven
zwischen Washington und Moskau, setzen die ZDF-Korrespondenten ein,
führen Hintergrundgespräche mit Zeitzeugen, verbringen viel Zeit in
diversen Staats- und Privatarchiven – und gelegentlich werden wir
fündig.
Ben_B:
Was lesen Sie gerne, wenn Sie nicht recherchieren? Romane? Sachbücher? Was liegt auf Ihrem Nachttisch…?
GuidoKnopp:
Sachbücher tagsüber kursorisch. Abends vor dem Schlafengehen Biographien oder spannende Roman von Grisham von Crichton.
mielein:
was halten sie von golo mann ?
mielein:
und wie halten sie es mit den literaturklassikern (Goethejahr!)
GuidoKnopp:
Ein großer Historiker, der auch noch glänzend schreiben konnte – was
selten ist. Er gehört zu meinen Vorbildern – wie Sebastian Haffner,
Johannes Gross und Peter Scholl-Latour.
Ben_B:
Welches Buch hat Sie zuletzt richtig begeistert?
GuidoKnopp:
Goethe ist der Größte. Ich werde im Herbst nach Weimar fahren und zwei
Tage Goethe satt erfahren – oder was noch von ihm übrig ist.
GuidoKnopp:
Ich habe vor einem halben Jahr Sebastian Haffners "Anmerkungen zu
Hitler" wieder gelesen. Das kann ich jeden von Ihnen empfehlen: Ein
zeitloser Klassiker, glänzend geschrieben.
UUUUUUUPS:
haben Sie auch Projekte die sich speziell mit Geschichtsjournalismus für Kinder kümmert?
mielein:
ein prophet, der haffner
GuidoKnopp:
Nein, das macht unser Kinderprogramm.
GuggiGuggi:
In Amerika gibt es viele politische Magazine (Goerge), in Deutschland
sieht es da sehr mager aus. Woran liegts? Sind wir Deutsche einfach
politik muede, oder ist deutsche politik einfach unsexy?
GuidoKnopp:
Ein gutes politisches Magazin braucht Minimum 500 000 Käufer. Unser
Markt verkraftet mit "Spiegel" und "Focus" gerade mal zwei. Das ist
schade, denn für frischen Wind in der Magazin-Szene bin ich immer zu
haben. Politik muß außerdem nicht sexy, sondern klug sein.
GuidoKnopp:
Bitte jetzt die letzte Frage!
Steffenzimmermann:
Erst das 3. Reich jetzt die Kanzler, ist die deutsche Geschichte jetzt durch[DWas werden Sie als ndchstes zeigen?
Ben_B:
Haben Sie schon ein neues Projekt – ein Buch oder eine Serie?
GuidoKnopp:
Der Stoff geht nicht aus. Im Herbst kommt eine hundertteilige Serie
"100 Jahre" über das 20. Jahrhundert. Im nächsten Jahr kommen Serien
über die Hitler-Jugend, den Holocaust und die Deutsche Einheit, 2001
Serien über "Die große Flucht 1945", die "Rätsel des 20. Jahrhunderts"
etc. Doch zunächst kommt heute abend die vierte Folge unserer Reihe
"Kanzler": Willy Brandt – Der Visionär, ein spannender und bewegender
Film, den es zu sehen lohnt.
GuidoKnopp:
Vielen Dank für Ihr Interesse. Bleiben Sie uns treu!
Moderator:
Lieber Herr Knopp, im Namen von BOL und politik-digital vielen Dank, daß Sie sich die Zeit für diesen Chat genommen haben!
mielein:
danke für den hinweis, ich werde ausnahmsweise wieder mal fernsehen *g*
Ben_B:
Bye, bye und eine gute Quote für die Brandt-Folge heute abend ;-)
helmut99:
Sehen wir uns demnächst beim Saumagen-Essen, Herr Knopp?
Heddergott:
Ist E-Mail-Kontakt zu Herrn Knopp nach dem Forum möglich???
GuidoKnopp:
Sie können an das ZDF mailen. Schauen Sie doch mal auf unsere Homepage!


 


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  • 15 Antworten auf Chat mit Guido Knopp

    1. Igor Piryazev sagt:

      Hallo, Guido Knopp! Ihre Bücher gefallen mir sehr und ich hab einen Vorschlag. Können Sie bitte ein Buch schreiben, dass über die Ostfront spricht? Folgende Operationen würde ich Ihnen empfehlen: Dnepr-Karpaten Operation, Schlacht am Dnepr, Operation Bagration, Lwiw-Sandomierz Operation, Operation Jassy Kischinew und die Weichse-Oder Operation. Diese Schlachten gibt es schon in der deutschsprachigen Wikipedia.

      Mit freundlichem Gruss.

      Igor.

    2. Gast sagt:

      Sehr geehrter Herr Guido Knopp,

      vor einiger Zeit erzähle mir meine Großmutter (Alter 84) einige Geschichten wie Sie damals aus Ostpreußen flohen.
      Die waren so interessant, dass ich mir einfach gedacht habe, Sie anzuschreiben.
      Vielleicht besteht das Interesse an solchen Zeitgeschichtlichen Geschichten von Ihrer Seite.

      Vielen Dank vorab.

      Mit freundlichen Grüßen.

      Peter Abd El Aziz

    3. Gast sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,

      viele Zuschauer, und meine Wenigkeit eingeschlossen, sind schon immer sehr fasziniert von Ihren Dokumentationen bezüglich des 2. Weltkrieges gewesen. Ganz besonders hat mich persönlich immer das Thema Afrika Korps bei Ihnen interessiert. Warum, werden Sie sich fragen? Ganz einfach deshalb, da mein Großvater (heute 86) dabei war und mir schon als Teenie davon viel erzählt hat. Ich höre die Geschichten bis heute noch von Ihm, wie er damals als Soldat beim Afrika Korps dabei war. Von Tunesien bis kurz vor El-Alamein und wieder zurück bis zur Gefangenschaft. Ich fände es sehr schade, wenn mein Großvater nicht auch mal eines Tages bei Ihnen in diesbezüglichen Dokumentationen zu Wort kommen würde. Ich gehe mal stark davon aus, dass viele Zeitzeugen mitlerweile verstorben sind und daher Ihr Wissen und Ihre Geschichte leider nicht mehr erzählen können. Mein Großvater kann auch wirklich sehr interessante Dinge berichten, die ihm damals als Gefanger widerfahren ist. Ich profitiere bis heute von seinen Erzählungen und ich denke auch im Sinne meines Großvaters, würden viele Zuschauer von seinen Erlebnissen profitieren können. Wenn Sie, Herr Knopp, diesbezüglich Interesse haben und dieses vielleicht in einer bevorstehenden Doku über das Afrika-Korps einbauen möchten, würde ich und mein Großvater sehr darüber freuen. Wäre doch sehr schade, wenn diese Erlebnisse und das Wissen, eines tages verloren gehen würden.

      MfG

    4. Gast sagt:

      zu “Katastrophen der Raumfahrt”
      ZDF History 01.02.2009:

      Abgesehen von der schon gebetsmühlenartig wiederholten Behauptung, Columbia sei beim Wiedereintritt verglüht, und der völligen Ignoranz gegenüber dem Sojus-11 Unfall mit drei toten Kosmonauten nach dem Besuch der Station Salut-1 (es wird meiner Meinung nach suggeriert, Sojus-Kapseln seien nach dem Komarow-Unfall bis heute unglücksfrei geflogen) ist die am wenigsten qualifizierte Stelle der gesamten Sendung Herrn Guido Knopps Kommentar am Schluß, die toten Astronauten und Menschen am Boden seien im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen der Raumfahrt ein hoher Preis. Hat er sich mit dem Nutzen überhaupt auseinandergesetzt? Welchen “Preis” hat ein Menschenleben? Meiner Meinung nach eine einfach unmögliche Äußerung.

      MfG T. Weyrauch

    5. sgievert sagt:

      Sehr geehrte(r) T. Weyrauch, kann es sein, dass Sie die von Ihnen zitierte Äußerung von Herrn Knopp nicht gänzlich erfasst haben? Oder halten sie Menschenleben grundsätzlich für einen akzeptablen Preis? Das wäre in meinen Augen eine unmögliche Äußerung.

    6. Eliza sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,

      mein Vater, Jahrgang 1924, wurde mit 18 Jahren “eingezogen”, war im 2. Weltkrieg an der Westfront und danach in französischer Kriegsgefangenschaft.
      Hiermit frage ich höflich bei Ihnen an, ob Sie an seinen Berichten aus dieser Zeit interessiert sind. Sollte dies der Fall sein, so nehmen Sie bitte unter meiner dem Sender vorliegenden email-Adr. Kontakt mit mir auf.

      Mit freundlichen Grüßen
      Eliza

    7. Wolfgang sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,

      mit begeisterung habe ich fast alle ihrer Dokumentationen verschlungen, manche sogar zum wiederholten male.

      Was mich aber jetzt interessiert ist z.B. das Leben der verurteilen in Nürnberg wie Speer oder Dönitz nach deren Haftentlassung bis zu ihrem Tode … was habe diese Männer danach gemacht. Haben die sich kritisch mit der Vergangenheit auseinander gesetzt oder waren es ewige Nazis?
      Oder die große Schar der Feldmarschalle, was haben diese nach dem Krieg gemacht oder wie haben sie sich zur Geschichte geäußert.
      Gibt es ausser von Speer auch Nachkriegsinterviews von Dönitz und Raeder.
      Ausser von Speer ist ja von den anderen kaum etwas bekannt oder gibt es da kein Material?

      mfg. W. Schlüter

    8. Bianca Flötling sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp, ich bin seit langer Zeit ein großer Fan von Ihnen und Ihrer Lektüre und Ihren Berichten bei Phoenix. Am meisten berührt mich stets die Sendung “100 Jahre”.
      Ich bin erst 37 und habe somit keinen Krieg selber miterlebt nur von meiner Oma viel erfahren.
      Jedoch ist es nicht umungänglich daß ich bei den Jahren 1937 bis 1948 weinen muß. Es ist nicht möglich ohne Gefühle und Emotionen dies anzusehen. Ich danke Ihnen für die Aufklärung meiner Generation, die nur bedingt im Geschichtsunterricht mitbekam, was im einzelnen mit den Menschen geschah.
      Ich werde immer Ihre Berichte und Bücher lesen. Vielen Dank. Sie sind ein großer Kenner und Autor der deutschen Geschichte.
      Danke Herr Knopp.

    9. Gregor Holzmüller sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,
      ich muss zur Zeit in der BOS, in der ich mein Abitur nachzumachen versuche, ein Fachreferat über den Vietnamkrieg halten.
      Deshalb wollte ich Sie fragen, ob sie Material für mich hätten, oder wüssten, aus dem man gute Informationen, eventuell auch schon etwas komprimiert bekommen könnte.
      Wüssten sie auch einen guten Film zu diesem Thema den ich vorführen könnte?! Es wäre sehr nett, wenn sie mir weiterhelfen könnten
      Vielen Dank schon mal im vorraus!
      MfG G. Holzmüller

    10. Andreas Meermann sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,
      ich habe gerade mit Interesse Ihre Sendung über die Helden gesehen. Ich möchte nur mal betonen, daß ich alle Ihre Folgen mit Begeisterung sehe.
      Nun zu dieser Sendung.
      Es geht mir um den Bericht über die Flugzeugentführung nach Uganda.
      Wir brauchen nicht darüber reden, daß diese Entführer einfach Verbrecher waren, aber die Aussage eines der Historiker fand ich merkwürdig.
      Ich sehe es so, daß diese Verbrecher nur ihre Ziele im Auge hatten und das nichts mit Antisemitismus im linksradikalen Bereich zu tun hatte.
      Denn es ist doch wohl klar, daß man mit dem festhalten gerade der jüdischen Menschen auf die deutsche Regierung mehr Druck ausüben konnte.
      Deshalb finde ich die Ausage dieses Historikers schon etwas bedenkenswert.
      Ich kann mich auch nicht daran erinnern, daß z.B. die RAF oder ähnliche Gruppierungen sich speziell auf jüdische Einrichtungen konzentriert haben.
      Ich möchte noch einmal klarstellen, daß ich jede Form von Gewalt verabscheue und alle diese Leute Verbrecher waren.
      Ich freue mich auf viele weitere Dokus von Ihnen weil ich wirklich ein Fan bin und keine Folge verpasse.

      MfG

      Andreas Meermann

    11. Hartmut Weinholz sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,
      habe Ihre Sendung über Vertreibung und ihren Folgen gesehen. Meine Frau und ich haben die Flucht als Kleinkinder durchlebt.
      Wenn Interesse besteht kann ich Ihnen Unterlagen zeigen, wie die Enteignung nach der Wende in Deutschland weiter ging. Habe selbt 20 Jahre um mein Erbe gekämpft, ohne Erfolg.
      Mit freundlichen Grüßen
      H. Weinholz

    12. antje prast sagt:

      sehr geehrter herr knopp, ich vermisse von ihnen eine exakte SD-darstellung. sie wissen doch, wie brisant diese truppe war.
      ist die recherche denn wirklich so schwierig.das interesse ist doch da.ich bin jahrgang 48, habe lange jahre mich mit zeitgeschichte befaßt.warum immer wieder die alten kamellen- gestern in phoenix wieder eine abgestandene geschichte über die gestapo.immer wieder die alten, jetzt kolorierten filme/fotos. nichts neues. wann, wie gesagt, endlich
      eine fleißarbeit über den sd???mit verbindlichem gruß, antje prast

    13. Christian Sand sagt:

      Sehr geehrter Herr Knopp,

      ich vermisse unter all den historischen Themen, die von Ihnen behandelt wurden, das Thema der Zwangsarbeiterinnen in der Industrie, in der Landwirtschaft, in den deutschen Haushalten des 3. Reiches. Es waren immerhin ca. 4 Millionen Frauen aus Polen, der Sowjetunion usw., um deren Schicksale es hier geht.Natürlich gibt es einige Veröffentlichungen zu diesem Thema, aber insgesamt erfährt es doch relativ wenig Aufmerksamkeit, vor allem auf lokaler Ebene und z.B. auf Länderebene.Warum ist das so?

      Mit freundlichen Grüßen
      Christian Sand

    14. Lemcke sagt:

      Sehr geehr Herr Knopp,

      meine Großmutter hat einen Bericht über ihr leben geschrieben. Der ist uns leider erst nach ihrem Tod zugänglich geworden. Darin berichtet sie, das sie 1933 in einem Film über BDM Mädchen als Typ des deutschen Mädchens gefilmt worden sei. Dieser Film muß im September Oktober 1933 in einem “Spangenberg” Saal in Nordhausen, aber auch im ganzen Gau, gezeigt worden sein. Als meine Großmutter, damals 17, im Film auftauchte, sang der ganze Saal, ihr zu Ehren, das Lied “Lore, Lore”, denn sie hieß Lore.
      Ich bin nun auf der Suchen nach diesem Film, bzw insbesondere der Filmsequenz mit meiner Großmutter.
      Können sie mir da irgendwie weiterhelfen, gibt es irgendwo eine Sammlung der Filme über BDM Mädchen, bzw. der Propadandafilme von 1933?
      Mir geht es natürlich nicht um die Propaganda, lediglich um den Filmausschnitt mit meiner Großmutter für die private Sammlung von Fotos und Dokumentan etc. aus der Familie.
      Vielen Dank für die schönen Dokumentationen aus der Zeit, Lemcke

    15. Alexander Steitz sagt:

      Lieber Herr Professor Knopp,

      so einen Geschichtsunterricht hätte ich mir in der Schule wahrhaft gewünscht.
      Am meisten berühren mich Berichte der Betroffenen oder wenn sich ehemalige
      inzwischen in die Jahre gekommene, ehemalige Kriegsgegner sich treffen und
      sich sozusagen verzeihen. (da hatte ich schon öfter die ein oder andere Träne in den Augen)
      Man spürt wie wichtig für diese Menschen die Botschaft an jüngere Generationen ist, zu verstehen was Krieg wirklich bedeutet.
      Von den in unserer Gesellschaft oftmals an den Rand gedrängten “Alten”
      können und müssen wir Jüngeren lernen zuzuhören damit so etwas wie der I. und II. Weltkrieg und die damit einhergehende Unmenschlichkeit nie mehr passiert.
      Leider werden diese Zeitzeugen natürlich bedingt immer weniger und da ich Realist bin befürchte ich das sich die Geschichte irgendwann wiederholen wird.
      In Erwartung weiterer spannender und sehr aufwendig produzierter
      Dokumentationen.

      Ihr treuer Fan
      Alexander Steitz (42J. Arbeiter)

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