Im Wahlkampf drehten Parteien und Politiker online auf. Inzwischen fristen viele Seiten ein tristes, ungepflegtes Dasein. Bei Hubertus Heil, einem fleißigen Online-Wahlkämpfer, werden nur noch die Pressemitteilungen auf der Homepage aktualisiert. Immerhin. Jürgen Trittin befindet sich laut Facebook weiterhin auf Wahlkampftour. Und Franz Müntefering lädt zur Wahlkampfkundgebung nach Berlin ein.
Ja, es gab 2009 einen Onlinewahlkampf. Und nein, so mitreißend oder innovativ wie Barack Obamas Kampagne war er nicht. Kein parteipolitischer Youtube-Spot, kein Kandidatenprofil bei Facebook oder studiVZ und schon gar kein Twitter-Account hat die Schallgrenze von 100.000 Views, Unterstützern oder Followern geknackt. Und das bei einem riesigen Potenzial.
Bei der Bundestagswahl 2005 gab es ihn noch nicht, 2008 triumphierte Obama mit ihm und jetzt, 2009, sollte er auch in Deutschland Wähler mobilisieren: Der Online-Wahlkampf. politik-digital.de schaut zurück auf die vergangenen Monate im politischen Web. Wer ging wann, wo und womit online? – Eine Chronik der Netz-Kampagnen und Partei-Portale.
Grüne unter Observation, Banales aus der Nordkurve und Wahlhilfe bei der Erststimme: Wir blicken im Schnelldurchlauf zurück auf die vergangenen sieben Tage Webwahlkampf.
Rückblick auf den Online-Wahlkampf und Rundblick online: Was sich Redaktionsleiter Sebastian Gievert für den 27. September 2009 vorgenommen hat.
Die Parteien haben ihre Unterstützernetzwerke sicher nicht verheimlicht, aber den großen Funktionsumfang haben sie auch nicht gerade an die große Glocke gehängt. Wenige Tage vor der Wahl ist es besonders spannend, einen Blick in die Onlinenetzwerke zu werfen. Wie binden die Parteien die Unterstützer in die letzte, in die heiße Wahlkampfwoche ein?
Die Partei der änderungswilligen Freibeuter ist nicht zuletzt durch die prominente Verteidigungsschrift für die Nerd-Kultur („Revolution der Piraten“) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung im politischen Feuilleton angekommen. Inzwischen sind aber auch einige Kurzuntersuchungen aus der Politikwissenschaft eingetroffen, die allmählich die diffuse „Partei für die Nerds, nicht für die Massen“ (Die Welt) etwas klarer einsortieren. Unser Autor gibt einen Überblick.
Simon Ruff, 22. September 2009 - 14:29
Kurzmeldung
Als Gegenmodell zur konventionellen Wahlanalyse im Fernsehen organisieren die Podcaster Philipp Banse und Tim Pritlove (bundesradio.de) ihre eigene netzpolitische Elefantenrunde: Das „Wahlstudio“ wird zur Bundestagswahl am 27. September 2009 ab 15:30 Uhr live aus Berlin-Kreuzberg in die Republik gestreamt.
Dietmar Bartsch live im Video-Chat: Am 21. September 2009 stellte sich
der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei den Fragen der User von
tagesschau.de und politik-digital.de. Er sprach über den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan, die angebliche Krise seiner Partei und die Chancen bei der Bundestagswahl.